Ditib trennt sich von Generalsekretär

Ditib trennt sich von Generalsekretär

  • Ditib will Wogen glätten
  • Verband trennt sich von Alboga
  • Beschäftigungsverhältnis wird sofort beendet

Die wegen ihrer engen Bindung zur politischen Führung in Ankara in die Kritik geratene Ditib bemüht sich, die Wogen zu glätten. Der Ditib-Bundesverband teilte am Freitag (25.05.2018) in Köln mit, dass er sich von seinem langjährigen Generalsekretär und Dialogbeauftragten Bekir Alboga trennt.

Alboga wollte sich bei der Parlamentswahl am 24. Juni in der Türkei um ein Mandat in der Provinz Konjya bewerben - für die islamisch-konservative AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Diese politische Tätigkeit und die ihm übertragenen Aufgaben im Ditib-Verband seien nicht miteinander vereinbar, erklärte nun der Verband. Auch wenn inzwischen klar ist, dass Alboga nicht als Kandidat für die AKP nominiert wird.

Trennung erfolgt einvernehmlich

"Aus diesem Grunde wurde auf arbeitgeberseitige Veranlassung einvernehmlich die sofortige Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses vereinbart", heißt es in einer Pressemitteilung.

Die NRW-Landesregierung hat seit einiger Zeit sämtliche Kooperationen mit der Ditib auf Eis gelegt - wegen der engen Verbindung des Verbands zu Ankara. Im Dezember 2016 war bekannt geworden, dass Ditib-Imane in mehreren deutschen Städten in ihren Moscheen für die türkische Regierung Anhänger der Gülen-Bewegung ausspioniert hatten. Erdogan vertritt die Auffassung, dass der Putschversuch im Juli 2016 auf die Bewegung zurückgeht.

Stand: 25.05.2018, 17:48