Welche Schule jetzt vom Digitalpakt profitieren kann

Schüler arbeiten in einem Klassenraum einer Grundschule an Computern.

Welche Schule jetzt vom Digitalpakt profitieren kann

  • Grundgesetzänderung macht Weg für Digitalpakt frei
  • Schulministerin: Nur ein erster Schritt
  • Skepsis überwog in NRW

Rund 5.800 Schulen gibt es in NRW, und die Unterschiede bei der digitalen Ausstattung sind groß. Während manche Schüler auf Tablets schon digital lernen, kommen andere noch nicht einmal ins Internet. Mit der Grundgesetzänderung, die der Bundesrat am Freitag (15.03.2019) beschlossen hat, soll sich das ändern.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) begrüßte die Grundgesetzänderung, ohne den der Digitalpakt nicht möglich war, weil das Geld vom Bund kommt und Bildung eigentlich Sache der Länder ist. Jetzt bestehe eine stabile und verfassungsrechtlich gesicherte Kooperationsmöglichkeit, so die Ministerin.

Sie wies aber darauf hin, dass "einmalige Anschubfinanzierungen für eine dauerhaft funktionierende Digatalisierung nicht ausreichen." Im Blick hatte sie dabei die Kosten für die Wartung von Computern, die damit nicht abgedeckt wären.

Vorab viel Skepsis in NRW

Die Finanzierung hatte schon vorab für viel Skepsis gesorgt. Schulen mit einer schlechten Ausstattung sollten mehr Geld bekommen, meint Jochen Ott, schulpolitischer Sprecher der NRW-SPD: "Ich würde mir sehr wünschen, dass wir hier mit einem Sozialindex vorgehen, weil wir schon heute feststellen, dass die Schulen sehr unterschiedlich aufgestellt sind."

Einmalige Investition reicht nicht aus

Schüler mit Tablet

Manche schon digital, andere noch analog

Dass am Ende jeder Schüler ein Tablet in den Händen hält, bezweifelt auch FDP-Landtagsabgeordnete Franziska Müller-Rech. Ihrer Meinung nach werden die durchschnittlich 180.000 Euro pro Schule nicht reichen, dämpft sie die Erwartungen, die ihre Partei im Wahlkampf geweckt hatte: "Es steht fest, dass es mit einer einmaligen Investition nicht getan ist."

Pädagogische Konzepte müssen angepasst werden

An den Schulen selbst müssen noch einige Fragen geklärt werden. Neben der Wartung von Netzen, digitalen Tafeln oder Minirobotern müssen auch Fortbildungen für die Lehrer organisiert werden. Manche Lehrer haben schon Erfahrung mit dem digitalen Klassenzimmer, andere arbeiteten noch ganz analog mit Kreide und Overhead-Projektor. Außerdem müssen pädagogische Konzepte und Lehrpläne angepasst werden.

Im NRW-Schulministerium wird an einer Richtlinie gearbeitet, die regeln soll, nach welchen Kriterien das Geld verteilt wird. Noch in diesem Jahr sollen die Schulen ihre Anträge stellen können. Bis das Geld bei den Schüler ankommt, wird es also noch dauern.

Stand: 15.03.2019, 20:39