Digitalpakt: Schulen bald auf dem Stand der Technik?

Digitalpakt: Einigung zwischen Bundesrat und Bundestag? WDR aktuell 21.02.2019 01:29 Min. Verfügbar bis 21.02.2020 WDR

Digitalpakt: Schulen bald auf dem Stand der Technik?

  • Erste Schulen bekommen Geld
  • Neue Geräte und Lehrkonzepte
  • Konflikte zwischen Bund und Ländern

Die Schüler von Höxter haben die Nase vorn. Ihre Schulen erhalten am Freitag (06.12.2019) den Förderbescheid und bekommen damit als erste Schulen in NRW Geld aus dem Digitalpakt. Mit dem Fördergeld will die Kommune einen Server aufbauen, der alle städtischen Schulen vernetzt. Schüler und Lehrer bekommen damit einen sicheren und schnellen Internetzugang und können leicht auf Unterrichtsmaterialien zugreifen.

Was soll das Gemeinschaftsprojekt von Bund und Ländern sonst noch leisten? Fragen und Antworten.

Was ist der Digitalpakt?

Der "Digitalpakt Schule" ist ein milliardenschweres Förderprogramm der Bundesregierung, das den digitalen Wandel im Schulwesen ermöglichen soll. Insgesamt sollen bis 2023 fünf Milliarden Euro an die Kommunen fließen, davon eine Milliarde nach NRW.

"Digitalpakt steckt noch in den Kinderschuhen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 06.12.2019 06:24 Min. Verfügbar bis 05.12.2020 WDR 5

Download

Die Länder steuern 500 Millionen Euro bei, mit denen passende pädagogische Konzepte entwickelt und die technische Qualifikation von Lehrkräften finanziert werden soll. Mit dem Geld vom Bund sollen Schulen ihre digitale Infrastruktur erneuern: zum Beispiel mit besserem Internet, interaktiven Tafeln oder digitalen Arbeitsgeräten wie Laptops oder Tablets.

Warum hat die Umsetzung so lange gedauert?

Das lag vor allem daran, dass sich Bund und Länder nicht auf die Modalitäten einigen konnten. Weil in Deutschland die Länder und nicht die Bundesregierung für die Schulen zuständig sind, musste extra für den Digitalpakt das Grundgesetz geändert werden. Dem hatte der Bundestag am 29. November 2018 zugestimmt.

Zwei Wochen später verweigerte jedoch der Bundesrat seine Zustimmung, weil die Länder einen zu großen Einfluss des Bundes in ihre finanziellen Angelegenheiten befürchteten. Eine Einigung kam erst im Februar 2019 zustande. Unter anderem konnten die Länder durchsetzen, dass ihr eigener finanzieller Beitrag zum Digitalpakt stark reduziert wurde.

Was ändert sich jetzt konkret an den NRW-Schulen?

Das muss sich zeigen. Bisher haben erst 38 Schulträger in NRW überhaupt Förderanträge eingereicht, zum Beispiel für die Einrichtung von Schulservern und Wlan-Netzwerken. Wirklich revolutionäre Veränderungen im Schulalltag darf man vom Digitalpakt nicht erwarten. Bei insgesamt 5.800 Schulen in NRW stehen durchschnittlich nur 180.000 Euro für jede Einrichtung zu Verfügung - eine stolze Summe, die aber kaum ausreicht, um einen digitalen Wandel auszulösen.

Übrigens: Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland bei der digitalen Schule im Mittelfeld. Nach einer Studie der wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft aus dem Jahr 2018 müssen sich hierzulande durchschnittlich 11,5 Schüler einen Computer teilen. Beim Spitzenreiter Norwegen sind es nur 2,4 Schüler pro Rechner.

Stand: 06.12.2019, 11:14