Digitales Schulzeugnis rückt näher - ab 2023 flächendeckend

Ein Abi-Zeugnis liegt in der üblichen Papierform auf dem Laptop eines Abiturienten.

Digitales Schulzeugnis rückt näher - ab 2023 flächendeckend

Das digitale Schulzeugnis kündigt sich an. NRW will sie ersten Abiturienten schon Ende Juni testweise ausstellen. Ab 2023 soll das digitale Zeugnis flächendeckend kommen.

In zwei Jahren könnte es deutschlandweit digitale Schulzeugnisse geben. Ein Testbetrieb in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Rheinland-Pfalz startet in diesem Sommer. NRW will sie ersten Abiturienten schon vor Beginn der Sommerferien am 5. Juli testweise ausstellen.

Wie sieht der Plan aus?

"Wir haben 133 Schulen in NRW angeschrieben, ob sie bei diesem Projekt mitmachen wollen", sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag dem WDR. "Das heißt: Wir haben den ersten Jahrgang an Gymnasien und Gesamtschulen, die - wenn sie wollen - ein digitales Abschlusszeugnis in den Händen halten können und sich damit zunächst an zwei Hochschulen - in Aachen und in Köln - bewerben können."

Probephase digitales Schulzeugnis startet

WDR 5 Westblick - aktuell 21.06.2021 04:34 Min. Verfügbar bis 21.06.2022 WDR 5


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Nach einer zweijährigen Testphase soll die digitale Variante 2023 flächendeckend eingesetzt werden. "Das braucht natürlich Vorbereitungszeit", so Gebauer. Im ersten Schritt geht es um Abschlusszeugnisse, später sollen auch die jüngeren Jahrgänge drankommen.

Warum die Umstellung?

Papierzeugnisse erweisen sich für Abschlussjahrgänge als immer unpraktischer, weil Bewerbungen um Studien- oder Ausbildungsplätze inzwischen weitgehend online laufen. Die Gefahr einer Manipulation ist bei Papierzeugnissen groß.

Das digitale Zeugnis soll fälschungssicher sein. "Die Bundesdruckerei stellt das digitale Zeugnis fälschungssicher her. Es können auch keine Daten ausgelesen werden. Es kann lediglich bestätigt werden, dass es sich um ein echtes Zeugnis handelt", sagte Gebauer. Das Zeugnis würden die Schüler voraussichtlich per E-Mail erhalten.

Nach dem Onlinezugangsgesetz (OZG) des Bundes sollen dem Bürger alle staatlichen Leistungen bis Ende 2022 digital bereitgestellt werden. Darunter fallen auch digitale Schulzeugnisse.

Stirbt das Papierzeugnis dann aus?

Ein Zwang zum digitalen Zeugnis sieht das NRW-Schulministerium nicht. Was wegfallen würde, wäre unnötige Rennerei. Man könne zudem Zeit, Aufwand und Geld sparen, sagt die Bundesdruckerei.

Beispiel Abitur: Schüler müssen für Bewerbungen Kopien beim Amt beglaubigen lassen, per Post an die Hochschulen oder Unternehmen schicken, wo sie dann gecheckt werden.

Müssen jetzt alle Lehrkräfte in einen IT-Crashkurs?

Es gebe keinen Schulungsaufwand, beteuert die Bundesdruckerei. Die Schulen geben die Zeugnisdaten in ihr vertrautes System ein, übermitteln es per neuer Schnittstelle an die Bundesdruckerei, wo das digitale Zeugnis erstellt, abgesichert und an die Schule zurückgesendet wird - alles datenschutzkonform.

Stand: 22.06.2021, 06:00

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