Fridays for Future: Ministerium mahnt Schulpflicht an

Schüler protestieren vor dem Landtag in Düsseldorf mit einem Plakat "Denkt an unsere Zukunft, nicht bis zum nächsten Wahlsieg"

Fridays for Future: Ministerium mahnt Schulpflicht an

Von Christoph Ullrich

  • NRW-Schulministerium pocht auf Unterricht statt Proteste
  • Anweisung wegen der Klima-Demos an alle Schulen verschickt
  • Verweis auf Ordnungsmaßnahmen gegen demonstrierende Schüler

Das nordrhein-westfälische Schulministerium hat wegen der Schülerproteste "Fridays for Future" gegen die Klimapolitik einen Brief an alle Schulen verschickt. Er liegt dem WDR vor. Ein Sprecher des Ministeriums sprach auf Nachfrage von einer Dienstanweisung.

In ihr wird auf einen Erlass verwiesen, der das dauernde Fernbleiben vom Unterricht regelt. Unter anderem geht es um "zwangsweise Zuführung" und "Ordnungswidrigkeitsverfahren", wenn Schüler dauerhaft dem Unterricht fernbleiben.

Reaktion auf Fridays for Future

Der Hintergrund sind die seit Wochen laufenden Proteste gegen Klimapolitik, auch die der Landesregierung. Jeden Freitag versammeln sich unter dem Motto "Fridays for Future" in mehreren NRW-Städten Schüler und Schülerinnen, statt in die Schule zu gehen.

Sie folgen damit dem Beispiel einer schwedischen Schülerin: Greta Thunberg hatte mit den Protesten gegen die Klimapolitik begonnen und viele Unterstützer gefunden.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat bisher wenig Verständnis für Proteste während der Unterrichtszeit gezeigt. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte von Beginn an auf die geltende Schulpflicht verwiesen.

Ministerpräsident Laschet (CDU) übte im WDR deutliche Kritik an den Protesten. In der Sendung Westblick sagte er, es sei glaubwürdiger, wenn sich die Schüler und Schülerinnen nach Schulschluss versammeln würden.

Mit dem laut Schulministerium am Mittwoch (13.02.2019) versendeten Brief verdeutlicht die Landesregierung ihre Linie erneut. Der Staatssekretär des Ministeriums, Mathias Richter, korrigierte später, das Schreiben sei keine Dienstanweisung. Es handele sich lediglich um eine "Schulmail", mit der an den gesetzlichen Rahmen erinnert werde.

Die Vorsitzende der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Mona Neubaur, spricht von einem "Dokument der Hilflosigkeit." Sie habe den Verdacht, dass mit der Anweisung an alle Schulen "politisch unliebsamer Protest abgewürgt werden soll."

Wie umgehen mit der neuen Protestkultur? Aktuelle Stunde 11.02.2019 02:51 Min. UT Verfügbar bis 11.02.2020 WDR Von Alexander Klein

Stand: 15.02.2019, 13:34

Kommentare zum Thema

54 Kommentare

  • 54 Reinhard Kitzig 17.02.2019, 12:03 Uhr

    Warum demonstieren diese Schüler nicht in der unterrichtsfreien Zeit? Gibt es nicht auch schon ohne Demos zuviel Ausfallzeiten an den Schulen? Auf keinen Fall dürfen inhaltliche Abstriche an Prüfungsaufgaben sowie Klausurarbeiten vorgenommen werden. In Gegenteil: Eine Verschärfung dieser Aufgaben bringt zumindest einen Teil der freitäglichen Demonstierer wieder zur Vernunft. Im Übrigen ist das Problem Klimaschutz wesentlich komplexer und fasettenreicher als man das auf Demos darstellen kann!

  • 53 Detlef Meier 17.02.2019, 10:00 Uhr

    "Zum Beispiel als Peter Altmaier uns im persönlichen Gespräch deutlich machte, dass kurzfristige Zufriedenheit für ihn wichtiger sei als eine lebenswerte Zukunft für unsere Generation." Das ist keine Vorbildfunktion!!!!!! http://www.xing-news.com/reader/news/articles/2066223?newsletter_id=41788&toolbar=true&xng_share_origin=web

  • 52 Heidi Kamp 17.02.2019, 08:10 Uhr

    Großartig, dass unsere Jugend sich mit Politik, Geschichte, Biologie, Deutsch... In einem Projekt schulübergreifed, fächerübergreifend und jahrgangsübergreifend beschäftigen! Wieso Schule schwänzen....Es ist ein außerschulischer Lernort.... Und toll, dass das Ministerium sich aufregt! Denn nur so werden Politiker wachgerüttelt! Und beschäftigen sich mit dem Thema? Allerdings verwenden Sie Ihre Energie in Richtung aufregen und E-Mail schreiben.... Politiker geht doch mal in die Schulen, zur Jugend und bindet sie mit ein. Holt euch Ideen. Holt euch ehrliche Meinungen. Ihr seid schon soweit weg von uns!!!!

  • 51 Anonym 16.02.2019, 22:32 Uhr

    RWE, Reul und Co. Sollten einfach zurück treten und endlich die Dörfer und den Hambi am Leben lassen!

  • 50 Verena Bohleber 16.02.2019, 19:31 Uhr

    Es ist unglaublich, jeder Arbeitnehmer darf während der Arbeitszeit streiken, auch wenn er damit Leute schädigt, die lange für ihren Urlaub oder sonstiges gespart hat. Aber ein Schüler, der hier für seine Zukunft, für die amtierende Politiker so gar keinen Sinn und Sponsoring hat, wird gegängelt. Es ist einfach nur unverschämt und bringt den Schülern weiß Gott nicht bei politisch engagiert zu sein, sondern schön angepasst und immer Fresse halten

  • 49 Jonas 16.02.2019, 15:27 Uhr

    Es gibt in unserem Land das Demonstrationsrecht und die Schulpflicht. Beides gilt es zu beachten. Insofern hat unser MP Laschet völlig recht, wenn er sagt, das Recht auf Demonstration ist außerhalb der Schulpflicht absolut legitim. Welche Meinung hat eigentlich die SPD zu diesem Thema? Von ihr hört man - mal wieder nichts - kein Wunder, dass man diese Partei kaum noch braucht.

    Antworten (2)
    • Koala 16.02.2019, 18:21 Uhr

      Oh man. Verstanden was ein Streik ist haben sie wohl nicht?

    • Karl 16.02.2019, 21:32 Uhr

      Hallo alle zusammen nochmal jeder meint hier seine Richtige Meinung zu verbreiten aber schaut doch mal über euren Tellerrand raus , wieviel Energie wird den verbraucht und welche Schadstoffe entstehen bei der Herstellung eines Elektrofahrzeug ( oder Solar Kollektoren ) schaffen die es überhaupt + - 0 was ist denn mit den Akkus beim Unfall bzw nach einem Unfall wie viele Werkstätten sind denn durch Kurzschlüsse in den Akkus sind schon abgebrannt . Außerdem ist das Transportieren von Strom von der Nordsee nach Süddeutschland nicht gerade hoch Produktiv weil Spannungsabhängig die Kilometerleistung vorgibt . Ganz Ehrlich ein bisschen Hintergrund Wissen wäre manchmal nicht schlecht aber das Internet gibt es her .Noch eins es wird BEI DER AUSBILDUNG HEUTE VON VIELEN BETRIEBEN MASSIVES WISSEN VERMITTELT DOCH VIELE AZUBIS WOLLEN DAS GEREDE VON MITARBEITERN GARNICHT WISSEN ABER " FÜR DIESES WISSEN GIBT ES KEINE APP " ein wenig Ahnung habe ich schon bin seit 1975 Elektriker Geselle

  • 48 Patrizia Pawlik 16.02.2019, 13:57 Uhr

    Zu wissen, was richtig wäre und es der Jugend abzusprechen, so lange dafür zu kämpfen bis der richtige Weg von der Politik eingeschlagen wird, ist für Wirtschaft und Politik die bequemste „Lösung“. Eigentlich ist es feige, dass wir Erwachsenen die Jugend mit dieser Forderung alleine lassen. Eigentlich müssten wir alle am Freitag streiken.

  • 47 Alex Z. 16.02.2019, 10:38 Uhr

    Wenn Schüler streiken, dann streikt unsere Zukunft! richtig so, denn Das Klima verändert sich, es ist müssig, sich immer wieder zu fragen: "Liegt das jetzt am Klimawandel?" Unsere Kinder haben das erkannt, und zu recht fordern sie ein Handeln.

  • 46 Anton 16.02.2019, 10:35 Uhr

    Die schwarz-gelbe Landesregierung entlarvt sich als reaktionär - gegen demonstrierende Schüler fällt ihr nicht besseres ein, als von Repression und schwarzer Pädagogik zu schwurbeln. Ein Grund mehr, als Schüler freitags fürs Klima auf die Straße zu gehen! Der Protest richtet sich ja gerade gegen das Nichtstun und Aussitzen der Politik. Herr Laschet hat nach eigenem Bekunden schon früher nicht die Demos für Frieden und gegen Atomkraft geteilt. Für das Kabinett eines solchen politischen Geisterfahrers und Demo-Analphabeten fehlt mir jegliches Verständnis. Insgesamt ist das aber alles ein gutes Zeichen, denn es muss ja Gründe haben, wenn die Regierung es anscheinend mit der Angst zu tun bekommt! Wer zu spät kommt den bestraft das Leben!

  • 45 Michaela Ploch 16.02.2019, 10:25 Uhr

    Es ist doch traurig genug das Kinder und Jugendliche sich engagiert für den Klimaschutz einsetzen,weil Erwachsene ,die eigentlich Vorbild sein sollten,nichts tun.Es ist schon lange nach zwölf!Wir zerstören aus Macht- und Profitgier unsere Umwelt.Es ist grotesk sich über schulschwänzende Kinder aufzuregen.Kehrt lieber mal vor der eigenen Tür und fangt an zu handeln

  • 44 Marianne 16.02.2019, 10:20 Uhr

    Ich bin Oma von 8 Enkeln und sorge mich sehr um ihre Zukunft. Unsere Generation konnte sich bequem zurücklehnen, das können unsere Kinder nicht mehr. Wie gut, dass sie den Mut haben, auf die Straße zu gehen. Ich werde in Bocholt mitgehen, weiter so.

  • 43 Marianne 16.02.2019, 10:15 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 42 Annika Daun 16.02.2019, 09:32 Uhr

    Es ist scheinheilig über die Politikverdrossenheit der Jugend zu schimpfen, wenn die Bundes- und Landtagswahlen nicht das gewünschte Ergebnis erzielen. Engagieren sich Jugendliche aber politisch und nehmen ihre Grundrechte wahr, indem sie für ein nachhaltiges Wirtschaften demonstrieren, weil dies die einzige Möglichkeit ist sich Gehör zu verschaffen, dann wird gleich mit Sanktionen gedroht. M.E. sollten die Lehrer ihre Schüler begleiten, da dies gelebte Geschichte und Politik ist und auch als selbstgesteuertes, fächerübergreifendes, handlungs- und problemorientiertes Lernen bezeichnet werden kann. Mehr Bildungsanlässe für kreative, kommunikative und kollaborative Bildungsprozesse zur Demokratieförderung kann keine Laborschule und kein Leuchtturmprojekt liefern.

  • 41 Mich@ 16.02.2019, 09:17 Uhr

    6 setzen Schön das sie sich nicht setzen. Sondern Aufstehen und der Arroganz und der Ignoranz der Eliten etwas Entgegensetzen. Sozialverhalten 1 setzen!

  • 40 Anonym 16.02.2019, 09:16 Uhr

    Der Klimawandel wird sich nicht an unsere Gesetze halten. Auch nicht an unsere Verordnungen. Und nicht an unsere Businesspläne. Dann zahle ich als Vater eben für eine Ordnungswidrigkeit oder gehe für meine streikenden Kinder hinter Gitter. Für Greta. Für die Zukunft. Für unsere Kinder und Enkel.

  • 39 Th. Löwen 16.02.2019, 08:56 Uhr

    ...verkrampfte Reaktion eines erstarrten Systems: Liebe Schülerinnen & Schüler, geht doch gefälligst dann zur Demo, wenn es nicht stört... außerhalb der Unterrichtsstunden - damit ihr auch ordentlich Bildung abbekommt und gutfunktionierende Staatsbürger werdet... , nach Geschäftschluss - sollen ja keine Kunden vergrault werden... dann auch bitte nicht zu spät abends: die Nachtruhe ist uns ja heilig! Aber bitte auch nicht zu früh am Morgen: der Geschäftsverkehr in der Rushhour muss fließen..... Und überhaupt: ihr wollt doch nur alle schwänzen! Werdet erstmal mündige Staatsbürger wie eure Kultusminister! Klima gibt’s auch noch nach dem Abi!

  • 38 Maria Klaudia Adenau 16.02.2019, 08:19 Uhr

    Herr Laschet ist wirklich nur der Gehilfe und das Sprachrohr von RWE und sonstiger Wirtschaftszweige, die klimaschädliche Unternehmensziele betreiben. Beim Hambacher Forst ging es doch so weit, dass er als Brandstifter agierte, indem er vor aufgebrachten RWE-Mitarbeitern aus dem Tagebau Hambach, die Protestanten und Waldbesetzer durchweg kriminalisierte, ohne Differenzierung. Und auch jetzt, wo die Lage sich beruhigt hat und man an vernünftigen Lösungen arbeiten könnte (Finger weg vom Forst und den letzten Dörfern), weiter hetzt. Ich habe den Eindruck Herr Laschet regiert am Land NRW und seinen Bürgern vorbei.

  • 37 J. Rausch 16.02.2019, 04:07 Uhr

    Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Sehr geehrte Frau Yvonne Gebauer, Sehr geehrter Herr Armin Laschet, Frau Merkel ich habe Hochachtung vor Ihrer politischen Entscheidung "Öffnung der Grenzen" in 2015. Vielen Dank. Ich bitte Sie von ganzem Herzen sich für die Jugend der Welt in Bezug Friday for future einzusetzen. Mit Bestürzung und Sorge habe ich von der "Dienstanweisung" von NRW gegen Friday for future Kenntnis genommen. Die Schulproteste finden weltweit statt und verdienen den höchsten Respekt von uns allen und ganz im Besonderen von Seiten der Politik. Ich kann sie nur alle höflich bitten sich den Forderungen der Jugend mit ethischer Verantwortung zu stellen und ihre Reaktionen zu überdenken. Friday for future ist der politische Aufschrei unserer Jugend auf eine jahrzehntelange weltweit verfehlte Umweltpolitik. Er wird nicht durch Verbote und Bestrafungen zu beenden sein. MfG J. Rausch (Vater)

  • 36 Andrea Bittner 16.02.2019, 00:52 Uhr

    Politische Schüler sind politisch nicht gewollt, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Statt die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und mit der Energie produktiv zu arbeiten ! Demokratie geht anders. Das wird Euch noch vor die Füße fallen, NRW-Landesregierung. Eltern, schreibt Euren Kindern Entschuldigen, wenn es hart auf hart kommen sollte - Problem gelöst !

  • 35 Andrea 16.02.2019, 00:49 Uhr

    Politische Schüler sind politisch nicht gewollt, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Statt die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und mit der Energie produktiv zu arbeiten ! Demokratie geht anders. Das wird Euch noch vor die Füße fallen, NRW-Landesregierung. Eltern, schreibt Euren Kindern Entschuldigen, wenn es hart auf hart kommen sollte - Problem gelöst !

  • 34 Alexandra Reis 16.02.2019, 00:03 Uhr

    Die Botschaft ist ganz einfach: Schüler*innen müssten nicht vom Unterricht fern bleiben, hätten sie die Sicherheit, dass endlich alles seitens der Regierung unternommen wird für eine lebenswerte Zukunft. Hier ganz einfach, hat die nächste Generation nicht auch ein Recht auf: saubere Luft (d.h.massive CO2-Reduktion), sauberes Wasser, Erhalt der Biodiversität (Aufforstung, massive Reduktion der Ausbeutung und Verseuchung der Böden, Erhalt von Natur) ACTNOW! Nicht nur Schüler*innen sollten auf die Straße gehen auch deren Eltern und Großeltern! ...so wie auch ich! Auf schließt euch an und protestiert gegen die Zerstörung! Alexandra Reis