Datendiebstahl betrifft 154 Menschen in NRW

Datendiebstahl betrifft 154 Menschen in NRW

  • Datendiebstahl betriff in NRW 154 Personen
  • Alle Betroffenen seien informiert worden
  • Ein prominenter Grünenpolitiker widerspricht

Der Großangriff auf persönliche Daten betrifft in NRW insgesamt 154 Menschen. 137 von ihnen sind Bundes- oder Landespolitiker, darunter vier Mitglieder der Landesregierung. Das teilte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag (08.01.2019) mit.

Im Gegensatz zu einigen der bundesweit rund 1.000 betroffenen Politiker, Prominenten und Journalisten seien bei den Online-Attacken auf Menschen aus NRW aber offenbar keine extrem persönlichen oder hochsensiblen Informationen ins Internet durchgesickert.

Reul doch nicht betroffen

"Der allergrößte Teil sind Handy-Daten - weniger problematische Daten", sagte Reul. Er selbst sei überrascht, dass er nicht betroffen sei. Zunächst war gemeldet worden, von ihm seien persönliche Telefonnummern veröffentlicht worden.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind etwa 50 der insgesamt 1.000 Online-Angriffe schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht worden seien.

Wirklich alle Betroffenen informiert?

Unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Datenlecks am vergangenen Freitag (04.01.2019) habe er angeordnet, dass "alle Betroffenen in NRW direkt informiert wurden", lobte Reul seine eigene Abteilung am Dienstag. Offenbar trifft das aber nicht ganz zu. So meldete sich der Vorsitzende der Grünen Fraktion im Landtag, Arndt Klocke, am Dienstag auf Twitter: "Herr Minister, definieren Sie bitte mal 'sofort'!".

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Auch er gehört zu den Gehackten, habe aber "einzig aus Medienberichten" erfahren, dass auch sein Name und private Angaben veröffentlicht wurden. "Bis heute hat sich keine Sicherheitsbehörde bei mir gemeldet", sagt Klocke. Um überhaupt an Informationen zu gelangen, habe er selber "proaktiv auf die Behörden zugehen" müssen. Zwei weiteren Kolleginnen sei es ebenso ergangen.

25 der insgesamt 137 betroffenen Politiker aus NRW habe man bisher tatsächlich nicht erreichen können, räumt Innenministeriumssprecher Wolfgang Beus auf WDR-Nachfrage ein. "Ich glaube aber nicht, dass man sagen kann, wir hätten uns nicht bemüht." Warum Arndt Klocke keine Information erhielt, werde man nachprüfen.

Verdächtiger festgenommen

Am Dienstagmorgen hatte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden die vorläufige Festnahme eines 20-Jährigen aus Mittelhessen bekanntgegeben. Er soll allein gehandelt haben.

Was tun nach dem großen Datendiebstahl?

WDR 5 Morgenecho - Interview 05.01.2019 06:41 Min. Verfügbar bis 05.01.2020 WDR 5

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Stand: 08.01.2019, 17:47