Laschet und Spahn derzeit gegen Masken-Pflicht

Laschet und Spahn derzeit gegen Masken-Pflicht

Von Martin Teigeler

  • Bundesgesundheitsminister Spahn zu Besuch in NRW
  • Spahn und Laschet gegen allgemeine Maskenpflicht
  • In NRW alle 8,9 Tage Verdoppelung der Coronafälle

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lehnt in der Corona-Krise eine Pflicht zum Tragen von Gesichtsmasken derzeit ab. Priorität habe derzeit das Beschaffen von Masken für den medizinischen Bereich, sagte Laschet am Dienstag (31.03.2020) in Düsseldorf bei einer Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Auch Spahn sieht keine Notwendigkeit zu einer Masken-Pflicht.

Wenn es sich gesellschaftlich entwickelt, "dass jeder den anderen auch schützen will, dann ist das in Ordnung. Eine Pflicht sehe ich nicht", sagte Laschet zur aktuellen Masken-Diskussion. Zu selbstgenähten Masken sagte Spahn, bei diesen gehe es darum, andere nicht anzustecken. Sie könnten "tatsächlich auch eine Hilfe sein dabei, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen".

Noch zu früh für Trendwende

Bundesgesundheitsminister Spahn, Ministerpräsident Armin Laschet vor der Düsseldorfer Uniklinik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) vor der Düsseldorfer Uniklinik

Durch die Einschränkungen der Kontakte in der Bevölkerung habe die relative Steigerung der Infektionen abgenommen, sagte Spahn. Dadurch könne man derzeit aber noch keinen Trend feststellen. Aktuell sei es so, dass sich in NRW alle 8,9 Tage die Zahl der Infektionen verdoppelt, sagte Laschet. Diesen Wert gelte es weiter zu verbessern. Deshalb solle die Reduzierung von Kontakten weitergehen.

NRW habe bisher sechs Patienten aus Italien zur Behandlung aufgenommen, berichtete Laschet. Zusätzliche sechs Behandlungsplätze seien vom Erzbistum Köln in kirchlichen Kliniken angeboten worden. Vier Personen aus dem ostfranzösischen Metz sollen im Uni-Klinikum Essen behandelt werden. Außerdem gebe es eine Zusammenarbeit bei der medizinischen Behandlung zwischen NRW und den Beneluxländern.

Viele Intensivbetten frei gemacht

Rund 45 Prozent der bestehenden Intensivbetten in Deutschland sind nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn derzeit frei für die Behandlung von Coronavirus-Patienten. Diese freien Kapazitäten seien etwa durch die Verschiebung von planbaren Operationen geschaffen worden, sagte Spahn nachdem er zusammen mit Laschet das Universitätsklinikum Düsseldorf besucht hatte.

Corona-Briefing #11 - Mundschutz für das Epidemie-Gesetz

WDR RheinBlick 31.03.2020 14:09 Min. Verfügbar bis 31.03.2021 WDR Online

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Stand: 31.03.2020, 16:49