Gewerkschaften fordern "verbindliche Strategie" für Öffnungen

Sein oder Nicht-Sein: Wie können Gastronomen und Händler überleben?

Gewerkschaften fordern "verbindliche Strategie" für Öffnungen

Von Arne Hell

Die Wirtschaft leidet unter dem Corona-Lockdown. Im NRW-Landtag berichten die Gewerkschaften über die Lage. So wie es jetzt läuft, geht es aus ihrer Sicht nicht mehr lange weiter.

Nicht alle Gewerkschaft klagen. Corona trifft die verschiedenen Branchen der Wirtschaft sehr unterschiedlich. Stabil läuft zum Beispiel der Export, die Stahl- und Elektro-Industrie.

"Katastrophal" ist laut Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG) dagegen die Lage im Gastronomiebereich. In 86 Prozent der Betriebe sind die Mitarbeiter seit fast einem Jahr durchgängig in Kurzarbeit. Für diese Beschäftigten fordert die NGG ein Mindest-Kurzarbeitergeld in Höhe von 1.200 Euro pro Monat.

Gewerkschaften drängen auf Öffnungsplan

"Viele Betriebe stehen vor dem Aus", sagte der NGG-Vorsitzende in NRW, Mohamed Boudih. Er befürchtet eine große Pleitewelle, wenn der Lockdown noch länger dauert. Eine "verbindliche Strategie" müsse her, wie es weitergehen soll. Auch die Gewerkschaften Verdi und IG Metall forderten einen Öffnungsplan: Bei welcher Infektions-Lage dürfen Betriebe wieder geöffnet werden und welche?

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) unterstützt diese Forderung. Er sagte, auf Initiative aus NRW sei die Bund-Länderrunde schon Anfang Februar beauftragt worden, einen solchen Perspektiv-Plan vorzulegen. Er sei enttäuscht, dass das bisher nicht geschehen sei.

Pinkwart kritisierte, weitere Öffnungen dürften nicht davon abhängig gemacht werden, dass ein Inzidenzwert von unter 35 erreicht wird. Nötig sei ein besseres Pandemiemanagement.

Stand: 24.02.2021, 14:37

Weitere Themen