Ein Prozent der Schüler in NRW mit Corona infiziert - Präsenzunterricht bleibt

Stand: 19.01.2022, 20:29 Uhr

Landesweit steigen in diesen Tagen die Corona-Zahlen - auch bei Kindern und Jugendlichen. Am Präsenzunterricht in den Schulen wird dennoch festgehalten.

Von Christian Wolf

Die Omikron-Welle lässt die Infektionszahlen rasant steigen. Bundesweit wurden am Mittwoch erstmals über 100.000 neue Fälle registriert. In NRW klettert die Sieben-Tage-Inzidenz (Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche) auf einen Rekordwert von 573.

Infektionsgeschehen unter Schülern nimmt Fahrt auf

All das macht an den Schulen in NRW keinen Bogen - im Gegenteil. Auch dort breitet sich die ansteckende Omikron-Variante aus. "Das derzeitige Infektionsgeschehen nimmt Fahrt auf", sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch im Schulausschuss des Landtages.

Konkret seien in der vergangenen Woche 20.232 Schülerinnen und Schüler infiziert gewesen. Das entspreche einem Anteil von 0,99 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in den Schulen. Zudem seien mit 28.209 Schülern 1,38 Prozent in Quarantäne gewesen.

Bei den Lehrerinnen und Lehrern waren laut Gebauer 1.709 infiziert, weitere 1.046 in Quarantäne. Insgesamt hätten 3,1 Prozent der Lehrer nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können.

Präsenzunterricht soll bleiben

Angesichts der Zahlen äußerte Xueling Zhou von der Landesschüler*innenvertretung NRW am Mittwoch die Sorge, dass es wieder zu Schulschließungen kommen könnte. Deshalb sagte sie im ARD-Morgenmagazin: "Unser zentrales Anliegen ist jetzt die Rückkehr zum Wechselunterrichtmodell, weil wir sagen, dass der Distanzunterricht katastrophal war."

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Genau das lehnte Gebauer im Schulausschuss ab. Wechselunterricht in aufgeteilten Lerngruppen sei die "schlechteste Alternative". Die Aufteilung der Klassen erfordere den höchsten Aufwand, werde den Kindern aber am wenigsten gerecht. Sie wolle am Unterricht vor Ort festhalten.

"Ich möchte alles dafür tun, dass die Kinder in Präsenz verbleiben. Das ist das oberste Gebot." NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer

Gebauer stellte klar: "Ein Aussetzen der Präsenzpflicht kommt nicht in Betracht." Ansonsten blieben gerade diejenigen Schüler zu Hause, die den Unterricht im Klassenverbund am dringendsten bräuchten. "Kinder brauchen auch Kinder. Und Kinder brauchen auch Halt und Strukturen."

Nordrhein-Westfalen, Beckum: Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen, besucht ein Projekt des Landesprogramms "Extra-Zeit zum Lernen", mit dem Schülerinnen und Schüler pandemiebedingte Lernlücken aufarbeiten können.

Schulministerin Gebauer will am Präsenzunterricht festhalten

Für den Fall, dass einzelne Schulen vom Präsenzunterricht abweichen müssen, gebe es bereits Regelungen. In der vergangenen Woche sei keine Schule in NRW vollständig wegen Corona geschlossen gewesen. Nur an einer Schule sei ausschließlich in Distanz unterrichtet worden. An 95 Schulen sei in Präsenz und Distanz unterrichtet worden.

Streit um neue Tests an Schulen

SPD und Grüne warfen Gebauer trotzdem vor, keinen Notfallplan zu haben, um den Unterricht sicherzustellen, wenn die Zahlen noch weiter steigen. Zudem kritisierten sie erneut die neu angeschafften Corona-Tests für Schulen. "Fakt ist: Die neuen Tests sind schlechter als die alten", sagte SPD-Vizefraktionschef Jochen Ott.

Die Ministerin widersprach und forderte die SPD auf, die Testverfahren und die dahinter stehenden wissenschaftlichen Expertisen nicht ohne Grund infrage zu stellen. Das verunsichere die Eltern.

Kommentare zum Thema

52 Kommentare

  • 52 Nic 21.01.2022, 13:58 Uhr

    Ich verstehe nicht, warum Erwachsene nicht im Büro sitzen dürfen, wo für genug Abstand gesorgt werden kann, aber die Klassen mit 30 Kindern voll sein dürfen! Wechselunterricht mit halben Klassen wäre eine Möglichkeit um komplette Schließungen zu verhindern! Eine Gruppe eine Woche Präsenz die anderen bekommen einen Wochenplan zum Bearbeiten und dann wechseln! Vielleicht ist das so für die Lehrer auch gut zu organisieren!? Die Lehrer zu Hause könnten ja Ansprechpartner für die Kinder im Distanz sein!

  • 51 Jörn 21.01.2022, 13:03 Uhr

    Der Witz an der ganzen Geschichte ist ja, dass sich durch die verspäteten Pooltests an Grundschulen ein Rattenschwanz entwickelt, der auch weiterführende Schulen erreicht: Ich arbeite als Verwaltungskoordinator an einem Gymnasium in Essen und bin für die Stunden- und Vertretungsplanung zuständig. In dieser Woche haben sich sechs (!) Kolleginnen und Kollegen abgemeldet, weil die Grundschulen, an denen ihre eigenen Kinder unterrichtet werden, die Klassen nach Hause geschickt haben, weil die Pooltests noch nicht ausgewertet waren. Für uns am Gymnasium heißt dies ebenfalls massiver Unterrichtsausfall und erhöhter Vertretungsbedarf. Man kann sich ja einmal selbst ausrechnen, wieviel Stunden bei sechs (!) Kolleginnen und Kollegen an einem Tag entfallen, man kommt locker auf 20 bis 30 Stunden an diesem Tag! Es ist für mich ein Hohn, wie ihr krampfhaft am Präsenzunterricht festgehalten wird, alle anderen aber möglichst im Homeoffice arbeiten sollen! Selbst die Schüler*innen haben Angst!

  • 50 nicolas m 21.01.2022, 10:21 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er beleidigend ist. (die Redaktion)

  • 49 Emre B 21.01.2022, 10:19 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er beleidigend ist. (die Redaktion)

  • 48 Katja 21.01.2022, 09:02 Uhr

    Kinder sind die Zukunft sagt mann immer.aber von sagen hat mann nix es geschieht am Schulen so gut wie nix die Ausstattung gegen corona ist zum Teil nicht annähernd zufrieden stellen . Eltern haben immer ein schlechtes Gefühl wenn mann corona Hört schule sollte sicher sein ist sie aber noch lange nicht .es wir zeit das sich schnell was endert ansonsten werden wir nie sagen können das die schule sicher für unser kinder ist. Die schnetest an den Schulen sind auch nicht immer zutreffen und es könnte im so weiter gehen was ich damit sagen möchte macht die Schulen sicher dann kommt keiner mehr auf schulschlisung

  • 47 Anonym 21.01.2022, 08:20 Uhr

    Die Kinder wollen in die Schule, ich sehe die Problematik beim testen, Pol Test positiv, Quarantäne, Auswertung Einzel Test, wieder 1 Tag, die Kinder verlieren Unterricht durch Überlastung der Labore, da eine ganze Klasse in Quarantäne ist. Und Omikron macht keine bis Schnupfen Symptome, und sorry daß sagen zu müssen bei der Variante die am wenigsten gefährlich ist, wird so ein Aufriss getan, vetstehe ich persönlich nicht.

  • 46 Tanja 21.01.2022, 07:55 Uhr

    Ich kann nicht verstehen das an den Schulen die Kinder darunter leiden sollen weil unsere Politiker keinen Plan von ihren Aufgaben haben. Bis jetzt ist nicht viel passiert das der Präsenz Unterricht so stattfinden kann wie gewollt. Es werden zur Not 70 Kinder in einer Aula zusammen gepackt die sonst kaum oder keinen Kontakt miteinander haben. Das hat mit Unterricht nichts zu tun, das ist reine Betreuung von Kindern. Das selbst die Lehrer am Ende ihrer Kräfte sind und versuchen für die Kinder eine adäquate Betreuung statt finden zu lassen die es brauchen sieht keiner. Mir tun die Kinder Leid die hin und her geschubst werden einen Tag Schule der andere zu Hause weil mal wieder ein Test positiv ist das hat mit Plan nichts zu tun. Und die Eltern die Arbeiten müssen morgens schauen wo die Kinder bleiben damit diese zur Arbeit gehen können. Man sollte tatsächlich mal überlegen für wen das alles folgen hat.

  • 45 Nicole 21.01.2022, 07:54 Uhr

    Warum werden Schüler*innen nicht vor Besuch der Schule getestet? Wie in allen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens auch: Rein darf nur, wer negativ getestet ist. Ich finde es unverantwortlich, wie mit der Gesundheit der an Schule Beteiligten gespielt wird. Long Covid bei Kindern ist noch nicht erforscht und was die Dauerzusatzbelastung psychisch bei Lehrpersonal, Schulleitung, Etern und Kindern auslöst, davon redet auch niemand. Präsenz in einem höchst wahrscheinlich positiven Pool ist für viele Grundschüler*innen kein gutes Gefühl.

  • 44 Susanne 21.01.2022, 07:45 Uhr

    Die Schulen müssen offen bleiben und diese dämliche Quarantäneregel abgeschafft werden. Viele EU Länder haben erkannt, dass Omikron einer Grippe ähnelt. Meine Kinder wollen in die Schulw, sind geimpft und geboostert. Sie lernen zuhause nicht wie in der Schule, mein Abiturient weint weil er Angst hat, dass er das Abi nicht schafft, die ganze Oberstufe im Coronamodus und trotzdem Zentralabi, ne danke. Und ich brauche auch keine weiteren Kommentare meines Chefs, na wieder zu Hause wegen der Kinder? Wer mehrere Kinder mit unterschiedlichen Schulen hat, kann nur für offene Schulen sein

  • 43 AlleBekommenOmikron 21.01.2022, 05:47 Uhr

    Es ist jetzt so, dass alle Menschen in Europa Omikron bekommen werden. Geimpft/nicht geimpft spielt gar keine Rolle. Jede gesundheitliche Auswirkung auf die Schülerinnen ist also die gleiche, ob man die Schulen offen lässt oder sie schließt. Es gibt mehrere Möglichkeiten damit umzugehen: -> Man lässt das Testen sein. Erkrankte bleiben zu Hause. -> Man schickt Infizierte nach Hause, und macht Hybridunterricht. Das ist charmant, leider fehlt an vielen Stellen die dazu notwendige technische Einrichtung. -> Man lackiert sich so durch, und hofft, dass es gut geht (die aktuelle "Lösung"). Ich tendiere klar zur Variante 1 - wir lassen Omikron jetzt einmal durchrauschen, dann sind wir am schnellsten fertig.

  • 42 Mr.iös 20.01.2022, 21:27 Uhr

    Ich weiß nicht was bei Frau Gebauer abgeht, aber die Realität sieht komplett anders aus. Bei uns in der Schule sind mehr als die Hälfte der Klassen in Quarantäne UND Positiv. Die Logik hinter dem Testkit Wechsel ist absolut nicht nachvollziehbar, die Testkits von Siemens waren super durchzuführen und sind zuverlässiger als die neuen "Biotech" Dinger. Welcher Schüler soll die "Biotech" Tests bitte benutzen ohne die kaputt zu machen? Frau Gebauer kann sich ja gerne Mal selber in eine 30 Schüler große Klasse setzen OHNE Lüftungsanlage - die es eh noch an keiner Schule gibt. Unsere Lehrer haben den Antrag dafür schon vor nem Jahr gestellt und bis jetzt NICHTS. - und dann soll sie nochmal sagen dass alles supidupi läuft. Die soll es endlich Mal gebacken kriegen die digitale Ausstattung in ALLEN Schulen zu ERWEITERN oder überhaupt Mal was davon zu machen, was die Lehrerschaft, Schülerschaft und Elternschaft möchte, weil DIE haben Ahnung was abgeht, im Gegensatz zu Frau Gebauer.