Corona in NRW: Laschet will strenge Kontaktverbote

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei zur Corona-Lage in dem Bundesland.

Corona in NRW: Laschet will strenge Kontaktverbote

Von Christian Wolf

Kurz vor dem erneuten Corona-Gipfel mit der Bundeskanzlerin legt sich Ministerpräsident Armin Laschet fest: Es braucht wieder harte Kontaktbeschränkungen. Die Lage sei "sehr, sehr ernst".

Wie kann der rasante Anstieg der Coronazahlen gestoppt werden? Braucht es einen "Lockdown light"? Darüber beraten am Mittwoch die Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin auf einem erneuten Corona-Gipfel. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Dienstag schon einen Vorgeschmack geboten.

Zurück zu Kontaktbeschränkungen

Zwei Frauen sitzen mit Abstand zueinander auf einer Parkbank am Neckar.

Kommen wieder die harten Kontaktbeschränkungen?

So stellte er in Aussicht, dass wieder strenge Kontaktverbote verhängt werden - vergleichbar zu denen im vergangenen März. Genaue Zahlen wollte Laschet aber nicht nennen und verwies auf das Treffen mit der Bundeskanzlerin. Im Frühjahr durften sich zwischenzeitlich nur maximal zwei Personen in der Öffentlichkeit treffen. Im Moment liegt die Höchstzahl bei zehn.

Ganz allgemein rief Laschet dazu auf, die sozialen Kontakte "drastisch" zu reduzieren. Man solle sich nur dann treffen, wenn es zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens nötig sei. Auch private Treffen sollten abgesagt werden. Die Polizei solle die Regeln stärker kontrollieren.

"Lockdown" verhindern

Von dem Corona-Gipfel fordert Laschet eine "effektive Corona-Bremse" und eine "starke Antwort" auf die derzeitige Situation. "Die Lage ist sehr sehr ernst." Die bisher geltenden Maßnahmen reichten nicht aus, um den Trend zu stoppen. Deshalb sei nun ein "beherztes" Handeln nötig. Ein erneuter "Lockdown" solle aber verhindert werden. Das Ziel sei, Bildung und Wirtschaft nicht einzuschränken.

Gesundheitssystem könnte an Grenzen stoßen

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, spricht bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei zur Corona-Lage in dem Bundesland.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

Wie genau die derzeitige Lage in NRW ist, beschrieb Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Er sprach von "sehr unangenehmen Zahlen". Derzeit stecke jeder Infizierte im Schnitt 1,5 weitere Personen an. "Das macht mir besonders Sorgen."

Zudem verdopple sich alle acht bis neun Tage die Zahl der Infizierten. Im Moment bräuchten acht Prozent der Betroffenen eine Behandlung im Krankenhaus. Zwar gebe es auch noch Kapazitäten auf den Intensivstationen. Ohne weitere Einschränkungen könnte das Gesundheitssystem zum Jahresende aber an seine Grenzen stoßen.

Stand: 27.10.2020, 19:50