Lockerungen nun auch im Kreis Coesfeld

NRW-Gesundheitsminister Laumann steht am Rednerpult

Lockerungen nun auch im Kreis Coesfeld

Von Rainer Striewski

  • Coronavirus-Schutzmaßnahmen werden auch im Kreis Coesfeld gelockert
  • Gesundheitsminister Laumann: "lokales Ausbruchsgeschehen"
  • Entscheidung über Firma Westfleisch am Montag

Ende der Kontaktbeschränkungen in Sicht: Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise können ab nächster Woche auch im Kreis Coesfeld gelockert werden. Das teilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag (15.05.2020) mit.

Die Allgemeinverfügung des Kreises Coesfeld zum Schutz vor einer Ausbreitung der Covid-19-Epidemie werde nicht verlängert, so Laumann. Diese Verfügung sieht gesonderte Schutzmaßnahmen bis einschließlich Sonntag (17.05.2020) vor. Zuvor hatte es unterschiedliche Angaben über den genauen Termin der Lockerungen gegeben.

Laumann: "Lokales Ausbruchsgeschehen"

In den letzten sieben Tagen hätte es nur 148 Neuinfektionen im Kreis gegeben, von denen 132 auf das Geschehen bei Westfleisch zurückzuführen wären. Es handele sich bei den hohen Infiziertenzahlen also um ein "begrenztes, lokales Ausbruchsgeschehen", so Laumann. Die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner liege im Kreis mit den Westfleisch-Fällen bei 67,3. Ohne sie liegt der Wert laut Laumann nur bei 7,3.

Mit den Lockerungen auch im Kreis Coesfeld gehe eine echte Geduldsprobe zu Ende, teilte der Landrat des Kreises mit. "Das war ein bitterer Einschnitt für die Bevölkerung und die Betriebe im Kreis Coesfeld", so Dr. Christian Schulze Pellengahr. Zugleich appellierte er an die Bürger: "Halten Sie sich bitte weiterhin an die Regelungen."

Westfleisch bleibt geschlossen

Die Lockerungen für die Bevölkerung betreffen aber zunächst nicht die Firma Westfleisch. Das Unternehmen hatte zwar fristgerecht bis Donnerstag (13.05.2020) ein Hygienekonzept vorgelegt, damit aber auch bei den Behörden einige Nachfragen ausgelöst. Am Montag (18.05.2020) wollen sich das Gesundheitsamt des Kreises Coesfeld, die Stadt Coesfeld und Vertreter von Westfleisch erneut zusammensetzen, um über das Konzept zu beraten.

Bis Donnerstag wurden 1.033 Mitarbeiter der Firma Westfleisch auf das Corona-Virus getestet. Dabei fiel der Test bei 268 Personen positiv aus. 103 Ergebnisse stehen laut Laumann noch aus.

Insgesamt wurden in NRW 16.204 Mitarbeiter in 85 Schlachtbetrieben getestet. Dabei wurden 366 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, in 8.887 Fällen war das Ergebnis negativ.

Ende der Werkverträge in der Fleischindustrie?

Nicht erst seit der Corona-Pandemie sind dem Landesarbeits- und Gesundheitsminister Laumann die Werkverträge in der Fleischindustrie ein Dorn im Auge. "In der Fleischindustrie muss sich etwas ändern", so Laumann. Er halte es für eine gute Idee, die Werkverträge für die Fleischindustrie gesetzlich abzuschaffen.

Unterstützung bekommt dabei von Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Clemens Tönnies habe sich laut Laumann in einem Brief auch für die Abschaffung der Werkverträge ausgesprochen - wenn die Regelung für alle gelte.

Stand: 17.05.2020, 13:24