Sonder-Staatsanwälte gegen Clans auch in Essen

 Polizisten stehen bei einer Razzia gegen Clan-Kriminalität in der nördlichen Innenstadt in einem Lokal.

Sonder-Staatsanwälte gegen Clans auch in Essen

  • Zwei neue Sonder-Staatsanwälte in Essen
  • Teil des Kampfes gegen Clankriminalität
  • Präsentation durch Justizminister Biesenbach

Im Kampf gegen Clankriminalität bündelt die Justiz in NRW ihre Kräfte. Nach Duisburg kommen seit Anfang des Jahres auch in Essen zwei Sonder-Staatsanwälte zum Einsatz. Justizminister Peter Biesenbach (CDU) und die Staatsanwaltschaft Essen stellten das Projekt am Mittwoch (09.01.2019) vor.

Drogenhandel, Erpressung, schwere Gewalt

Peter Biesenbach (CDU), NRW-Justizminister, bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Projekts "Staatsanwälte vor Ort"

NRW-Justizminister Peter Biesenbach

"Es darf nicht weiter so bleiben, dass die Bevölkerung in den Medien um Hilfe ruft, weil in der Essener Nord-City die Angst herrscht", sagte Biesenbach. Es gehe um Drogenhandel, Erpressung und schwere Gewalt. Zudem hätten sich Parallelstrukturen und eine Paralleljustiz entwickelt.

Dem sollen die beiden Ermittler zusammen mit der Polizei, der Steuerfahndung und der Stadtverwaltung entgegentreten. Besonders die Geldströme der kriminellen Mitglieder von Großfamilien wollen die Behörden austrocknen.

Im WDR5-Morgenecho hatte der Minister gesagt, dass Essen landesweit mit "großem Abstand" die Kriminalitätsstatistik im Bereich Clan-Kriminalität anführe.

Biesenbach: "Clan-Strukturen in Essen aufbrechen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 09.01.2019 06:39 Min. Verfügbar bis 09.01.2020 WDR 5

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Zeithorizont von zehn Jahren

Die beiden Staatsanwälte sollen ohne Zeitdruck ermitteln. "Das ist kein Projekt, das in Monaten oder wenigen Jahren zu rechnen ist." Für einen langfristigen Erfolg sei ein Zeitraum von zehn Jahren realistisch.

Bisher 210 Verfahren in Duisburg

Die beiden Sonder-Staatsanwälte in Duisburg haben laut Justizministerium seit Sommer 2018 über 210 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Rund 70 türkisch-, kurdisch- und arabischstämmige Familienclans mit mehr als 2.800 Mitgliedern haben sie im Visier. Schutzgelderpressungen und Drogenhandel sollen deren Haupteinnahmequelle sein.

Clans in NRW - neue Härte gegen kriminelle Großfamilien Aktuelle Stunde 21.11.2018 03:30 Min. Verfügbar bis 21.11.2019 WDR Von Thomas Görger

Stand: 09.01.2019, 16:28