100 Euro Strafe für Zigarettenkippe geplant

Zigarettenstummel in einer Fuge zwischen Kopfsteinpflaster auf einem Gehweg

100 Euro Strafe für Zigarettenkippe geplant

  • Zigarettenkippe auf's Pflaster werfen wird teuer
  • NRW-Umweltministerin will Strafmaß dafür drastisch erhöhen
  • Kommunen sollen statt 25 künftig 100 Euro kassieren

Raucher, die ihre Zigarettenkippe auf die Straße werfen, müssen in NRW-Städten künftig mit bis zu 100 Euro Geldstrafe rechnen. Wie das NRW-Umweltministerium dem WDR am Montag (15.04.2019) bestätigte, arbeitet die Landesregierung derzeit an einem neuen "Bußgeldkatalog Umwelt" zur Höhe der Strafen bei Ordnungswidrigkeiten - zum Beispiel bei illegaler Müllentsorgung.

Bisher empfiehlt der Katalog für eine achtlos auf der Straße ausgedrückte Zigarette ein Bußgeld von 25 Euro. Bindend ist das für Kommunen allerdings nicht. Dem Kölner Stadtanzeiger sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU), angesichts der Verschmutzung öffentlicher Plätze, Straßen und Gehwege durch achtlos weggeworfene Zigarettenstummel sehe sie die Kommunen in der Pflicht, das zu ahnden.

Kippen enthalten Giftstoffe

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind Zigarettenkippen das weltweit am häufigsten weggeworfene Abfallprodukt. Und sie sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch ein ökologisches: Die Filter bestehen aus dem sehr haltbaren Kunststoff Celluloseacetat, dessen Abbau bis zu 15 Jahren dauern kann. Außerdem enthalten sie Schadstoffe wie Arsen, Kupfer und Blei, die Böden und Grundwasser belasten.

Schon jetzt fordern einzelne Städte Bußgelder, die weit über die bisherigen Empfehlungen der Landesregierung hinausgehen. In Köln kostet zum Beispiel ein Zigarettenstummel mindestens 35 Euro. Die zuständigen Mitarbeiter des Ordnungsamts können sogar höhere Strafen festlegen - zum Beispiel, wenn der ertappte Raucher keine Einsicht zeigt. Wenn die Landesregierung eine Erhöhung der Bußgelder empfehle, werde die Stadtverwaltung darüber beraten, sagte ein Kölner Stadtsprecher dem WDR am Montag. Die endgültige Entscheidung treffe der Stadtrat.

In Mönchengladbach sind neben den 16 regulären Ordnungsamtsmitarbeitern 15 sogenannte Mülldetektive unterwegs, die auch "verdeckt observieren", wie ein Stadtsprecher erklärt. So könnten Müllsünder häufig erwischt werden - für eine weggeworfene Tüte sind dort 100 Euro fällig, für Zigarettenstummel bisher 30. Im Jahr 2018 habe das Ordnungsamt 28 Verfahren wegen Verstoßes gegen das Verunreinigungsverbot eingeleitet.

Kontrollen kaum möglich

Das Thema Hundekot zeigt, wie mühsam die Ahndung solcher Verschmutzungen ist: Zwar drohen Hundehalter, die nicht hinter ihrem Tier aufräumen, in den meisten Städten Strafen - bis zu 500 Euro in Köln. Dennoch sind herumliegende Hundehaufen nach wie vor ein Problem in vielen Städten.

Stand: 15.04.2019, 16:35