Noch lange keine Normalität bei Bussen und Bahnen in NRW

Ein Mann sitzt mit einer FFP2-Maske in einer Straßenbahn.

Noch lange keine Normalität bei Bussen und Bahnen in NRW

Von Christian Wolf

Die Folgen der Corona-Pandemie sind noch immer bei den Fahrgastzahlen im ÖPNV zu spüren. Verlorenes Vertrauen soll nun zurückgewonnen werden.

Keine Fahrt ins Büro oder zur Uni, kein Ausflug ins Grüne und kein Besuch bei den Eltern in der Heimat: Durch die Corona-Pandemie sind viele Anlässe weggefallen, mit Bus und Bahn zu fahren. Die Nahverkehrsunternehmen haben das schmerzlich gespürt. Die Fahrgastzahlen und damit auch die Einnahmen sind weggebrochen. Zwar kehrt allmählich wieder mehr Normalität in NRW ein. Doch bei Bussen und Bahnen wird noch längere Zeit nichts normal sein.

Auch 2020 keine Normalität

Ein voller Schulbus mit dicht gedrängten Kindern, die Masken tragen

Ein voller Bus ist noch immer nicht der Regelfall

So gehen die Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen davon aus, dass die Fahrgastzahlen erst Ende 2022 wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen werden. "2022 wird sicherlich noch dafür gebraucht, eine Normalisierung im Mobilitätsverhalten der Leute zu erreichen", sagte der NRW-Vorsitzende des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ulrich Jaeger, am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) kommt sogar zu dem Schluss, dass auch nach der Corona-Pandemie wohl weniger Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen werden.

Hoffnung auf steigende Fahrgastzahlen

Die Auslastung im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in NRW liegt derzeit bei 60 bis 65 Prozent gegenüber der Vor-Corona-Zeit, wie Frederik Ley, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio NRW, sagte. "Wir sind noch sehr weit von der Normalität entfernt." Es gebe aber die Hoffnung, dass es nach den Sommerferien "deutlich hochgeht". Auch Jaeger sieht aktuell eine positive Entwicklung: "Unser Eindruck ist im Moment, dass die Leute wieder zurückkommen", dass etwa mit vermehrten Freizeitaktivitäten auch die Fahrgastzahlen wieder stiegen.

Flexible Abos wegen Homeoffice

Mit neuen Angeboten und einer Kampagne wollen die Verkehrsunternehmen demnächst dafür werben, wieder häufiger mit Bus und Bahn zu fahren. So soll es digitale Tickets für Gelegenheitskunden geben und Fahrgäste durch neue Angebote angelockt werden. Auf den Trend zum Homeoffice wird mit flexiblen Abos reagiert. Wer nicht mehr fünf Tage die Woche mit Bus und Bahn ins Büro fährt, muss auch nicht mehr für alle Tage das Ticket bezahlen.

Maskenpflicht soll noch bleiben

Eine Frau mit Mundschutzmaske steht in einer S-Bahn.

Die Maskenpflicht soll erst einmal bleiben

Bei der immer wieder diskutierten Maskenpflicht legen sich die Verantwortlichen sehr deutlich fest. Sie sind dafür, dass im ÖPNV noch weiterhin eine Maske getragen werden soll – um für zusätzliche Sicherheit zu sorgen und Vertrauen bei den Fahrgästen zu schaffen. VDV-Mann Jaeger bezeichnete die Masken als "Kleinigkeit", die zumutbar sei. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst nannte das Festhalten an der Maskenpflicht "richtig".

Maske runter?! Der politisch schwierige Corona-Ausstieg

WDR RheinBlick 18.06.2021 28:44 Min. Verfügbar bis 18.06.2022 WDR Online


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Stand: 06.07.2021, 14:56