NRW-Unternehmen stellen sich auf Brexit ein

Flagge der EU und Großbritanien

NRW-Unternehmen stellen sich auf Brexit ein

  • Brexit-Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft vorgestellt
  • Viele Unternehmen rechnen mit weichem oder hartem Brexit
  • Laschet wirbt für Verbleib in der Europäischen Union

Nur wenige Unternehmen in NRW rechnen offenbar mit einer Absage des Brexits. Das geht aus einer Unternehmensbefragung hervor, die das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums durchgeführt hat. Das Ministerium hat die Ergebnisse am Montag (21.01.2019) vorgestellt.

Demnach erwarten 80 Prozent der befragten Unternehmen einen weichen oder harten Brexit. Mit einer Absage rechnen nur 20 Prozent. Repräsentativ sind die Zahlen allerdings nicht: An der Umfrage haben sich nur 170 Unternehmen in NRW beteiligt.

Nur 12 Prozent noch keine Maßnahmen getroffen

Laut Studie gaben 77 Prozent der befragten Unternehmen an, dass der Brexit für sie relevant sei. Von diesen Unternehmen haben 88 Prozent bereits Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Brexit getroffen. Für Firmen, die noch nichts im Hinblick auf den Brexit unternommen hätten, gebe es ein umfangreiches Beratungsangebot, das auch auf einen harten Brexit ohne Austrittsabkommen vorbereite, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP).

Landesregierung "auf alle Brexit-Szenarien vorbereitet"

Nach Angaben der Landesregierung ist NRW für sämtliche Brexit-Optionen gewappnet. Bei einem Austritt Großbritanniens mit Abkommen werde das Königreich übergangsweise weiter als EU-Mitgliedsstaat behandelt, erklärte Staatssekretär Mark Speich am Montag nach einer Sondersitzung des Europa-Ausschusses des Düsseldorfer Landtags.

Ein Brexitübergangsgesetz, das bereits in den parlamentarischen Beratungen sei, schaffe Klarheit, so Speich. Gesetzgeberische Maßnahmen zu sozialer Absicherung, Ausbildungsförderung, Staatsangehörigkeit, Gesellschaftsrecht, Finanzmarktregulierung, Aufenthaltsrecht und Arbeitsmarktzugang würden vom Bund geregelt.

Laschet für Verbleib der Briten in der EU

Beim Neujahrsempfang der NRW-CDU in Düsseldorf hatte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Samstag (19.01.2019) erneut für den Verbleib von Großbritannien in der Europäischen Union geworben.

Großbritannien ist nach Zahlen des Statistischen Landesamtes 2017 das drittwichtigste Ausfuhrland für Waren aus NRW. Die größten Exporteure sind der Fahrzeugbau und die Kfz-Zulieferer, die Chemiebranche sowie der Metall- und Maschinenbau.

Brexit: EU gibt die Hoffnung auf Einigung nicht auf

WDR 2 21.01.2019 02:31 Min. WDR 2

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Stand: 21.01.2019, 17:47