Was spricht für einen schnellen Kohleausstieg? Was dagegen?

Was spricht für einen schnellen Kohleausstieg? Was dagegen?

Von Nina Magoley

  • Kohlekommission berät über Ende des Kohleabbaus
  • NRW will erst 2045 ganz aussteigen
  • Argumente für und gegen einen schnellen Ausstieg

Hitze und Dürre haben den Klimawandel zurück ins Bewusstsein vieler Menschen gebracht. Muss Deutschland mehr tun, um das Klima zu schützen? Diese Frage dürfte auch die Regierungskommission zum Kohleausstieg bewegen, die sich am Donnerstag (23.08.2018) erneut trifft.

Die Kommission soll entscheiden, bis wann Deutschland aus der Kohle aussteigt. NRW will bis 2045 Braunkohle abbauen. Ist das zu spät?

Studie: Deutschlands Klimaziele hängen von NRW ab

WDR 2 15.08.2018 04:17 Min. WDR 2

Download

Argumente für einen baldigen Ausstieg

Mehr als ein Viertel der deutschen Treibhausgase entsteht bei der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle. NRW stößt dabei mit Abstand am meisten CO2 aus. Wenn Deutschland die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens einhalten wolle, müsse NRW frühzeitig aus der Braunkohle aussteigen, meinen die Befürworter.

Der Klimawandel sei kein abstraktes Horrorszenario mehr, sagt die Vorsitzende der Grünen im NRW-Landtag, Monika Düker. Als "Schlüsselland der Energiewende" müsse NRW nun handeln. Die Grünen fordern den Kohleausstieg bis 2030. Gemeinsam mit Umweltverbänden, Tagebaubetroffenen und Bürgerinitiativen fordern sie zudem ein "Braunkohlemoratorium".

Ein weiteres Argument für einen schnelleren Ausstieg: Deutschland könnte Vorbild für andere sein. Diese Auffassung vertritt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. "Ein deutscher Kohleausstieg kann die Dekarbonisierung in Europa vorantreiben und den Ausbau erneuerbarer Energien in den Nachbarländern anreizen."

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen, der die Bundesregierung berät, betont die Vorteile eines schnelleren Kohleausstiegs. Man könne die CO2-Emissionen "zu relativ geringen Kosten" senken und hätte "erhebliche positive Wirkungen" auf Umwelt und Gesundheit. Außerdem entstünden neue Impulse für die Energiewirtschaft.

Geschäftsführer der Innovationsregion Rheinisches Revier: "Es wird genug Arbeit geben"

WDR 5 Profit - aktuell 06.06.2018 04:27 Min. WDR 5

Download

Argumente gegen einen baldigen Ausstieg

Gegner eines zügigen Ausstiegs fürchten vor allem, dass die Wirtschaft Schaden nimmt und Jobs verloren gehen. Weitere Bedenken: Mögliche Engpässe bei der Stromversorgung, steigende Strompreise, Abhängigkeit von importiertem Strom.

"Ein vorzeitiger Kohleausstieg würde zu steigenden Börsenstrompreisen führen und der energieintensiven Industrie schaden", sagt NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Damit wäre die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen gefährdet.

Die CDU-Fraktion im Landtag plädiert für ein Ende der Braunkohle im Jahr 2045. Die Kommission müsse "die besonderen Interessen des Industrie- und Energielandes NRW" im Blick behalten, sagt der Fraktionsvorsitzende Bodo Löttgen.

Stand: 23.08.2018, 06:30