Booster-Impfungen in Altenheimen größtenteils erfolgt

Booster-Impfungen in Altenheimen größtenteils erfolgt

Von Rainer Striewski

Rund zehn Prozent derjenigen, die in NRW eine Booster-Impfung gegen Corona erhalten können, wurden bereits geimpft. Alle anderen hat Gesundheitsminister Laumann nun angeschrieben.

In NRW haben 90 Prozent der Altenheimbewohnerinnen und -bewohner bereits eine Booster-Impfung erhalten. "Das hat alles sehr reibungslos geklappt", berichtete NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag.

Insgesamt haben 469.863 Menschen in NRW breits ihre Auffrischungsimpfung erhalten. Der größte Teil von ihnen (462.211 Personen) wurde mit dem Inpfstoff von Biontech geimpft. 7.085 Impfdosen enthielten den Impfstoff von Moderna, 522 den von Johnson & Johnson.

Damit liegt die Booster-Impfquote bei rund zehn Prozent. Denn laut Laumann haben in NRW rund 4,6 Millionen Menschen Anspruch auf eine Booster-Impfung, wie sie die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt. Darunter befinden sich etwa 1,2 Millionen Menschen über 80 Jahre und 1,5 Millionen im Alter zwischen 70 und 80 Jahren. "Das werden unsere Hausarztpraxen nun angehen", erklärte Laumann. Er habe deshalb letzte Woche einen Brief an alle über 70-Jährigen geschrieben, in dem er auf die Booster-Impfungen aufmerksam macht.

Der Opposition geht das allerdings nicht schnell genug. "Wenn wir in diesem Tempo weiter impfen, müssen viele Menschen zu lange auf ihre Drittimpfung warten - mit allen damit verbunden Risiken und Gefahren", kritisierte Mehrdad Mostofizadeh, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Landtag. Der Landesregierung warf Mostofizadeh vor, sie habe "kein Konzept und wurschtelt sich durch". Die aktuellen Zahlen seien ein "Armutszeugnis".

Bis zu 7.000 Erstimpfungen am Tag

"Wir sind, was das Impfen angeht, gut aufgestellt", betonte dagegen Gesundheitsminister Laumann. Sorgen bereiten ihm allerdings weiterhin die Menschen, die sich noch nicht einmal haben impfen lassen. Immerhin: Zwischen 6.000 und 7.000 Menschen lassen sich derzeit täglich in NRW erstimpfen. "An der Front tut sich zwar langsam, aber immerhin noch etwas", so Laumann.

Viele Ungeimpfte in Krankenhäusern

Am Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz in NRW bei 99,7 - bundesweit bei 139,2. Derzeit befinden sich in NRW 1.211 Menschen mit einer Corona-Erkrankungen im Krankenhaus. 343 Corona-Erkrankte ihnen liegen auf der Intensivstation, 203 von ihnen müssen beatmet werden. Laut Laumann sind 80 Prozent der Patientinnen und Patienten ungeimpft, bei den restlichen 20 Prozent würde es sich um geimpfte, aber "hochaltrige" Personen handeln. Für Laumann ist klar: "Wenn sich alle Menschen impfen lassen würde, hätten wir nicht die Probleme in den Krankenhäusern." Sich nicht impfen zu lassen wäre "medizinisch gesehen unsolidarisch und nicht verantwortbar", so der Gesundheitsminister.

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Laumann erklärte zudem, dass die am Freitag auslaufende Coronaschutzverordnung "genau so verlängert" werde. Einzige Erweiterung: Auf Messen kann ab jetzt bei einem Abstand von 1,5 Metern die Maske abgesetzt werden. Ansonsten bleibt die Maskenpflicht dort erhalten, wo sie bislang auch galt.

Stand: 29.10.2021, 20:39