Schulministerin sieht Probleme durch hohe Abiturquote

Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen

Schulministerin sieht Probleme durch hohe Abiturquote

Von Daniela Junghans

  • Schulministerin Gebauer wirbt für Abschlüsse neben dem Abitur
  • FDP-Politikerin sieht Probleme bei der Chancengleichheit
  • Landesregierung will Bildungserfolg von der Herkunft entkoppeln

Die Hälfte aller Schüler in NRW macht Abitur, schon die Übergangsquoten zum Gymnasium steigen. In manchen Stadteilen lägen sie inzwischen bei 80 Prozent, sagt Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) dem WDR. "Wir sehen, dass die Eltern für ihre Kinder den höchstmöglichen Abschluss anstreben", das sei auch völlig legitim, erklärte sie. Gleichzeitig müsse aber gewährleistet sein, dass das Abitur das wert sei, was es sein sollte, also "zur Studierfähigkeit führt."

Schulministerin: Müssen Bildung stärker von Herkunft entkoppeln!

WDR 5 Westblick - Interview 13.08.2019 13:17 Min. Verfügbar bis 12.08.2020 WDR 5

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Mit Blick auf den Fachkräftemangel betonte Gebauer, sei es nötig, "in der Gesellschaft ein anderes Bild zu vermitteln." Denn nicht nur das Abitur sei "glückselig machend", es müsse allen Schülern ermöglicht werden, egal welchen Abschluss sie hätten, einen Beruf zu ergreifen, mit dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Da müsse sich in der Gesellschaft etwas wandeln.

Schulsystem ist nicht gerecht genug

Gebauer räumte außerdem ein, dass es im NRW-Schulsystem ein Problem mit der Chancen-Gerechtigkeit gebe. Kinder aus einem gut situierten Haushalt haben eine 4,5-fach höhere Chance ein Gymnasium zu besuchen als Kinder aus einem Arbeiterhaushalt. Die Landesregierung arbeite daran, "den Bildungserfolg noch weiter von der sozialen Herkunft zu entkoppeln", als das bisher schon geschehen sei, betonte die Ministerin.

Dass in NRW die Verbindung zwischen schulischem Erfolg und sozialem Status der Familie stärker als in vielen anderen Bundesländern sei, liege vor allem an den vielen Ballungsgebieten, sagte Gebauer, zudem gebe es in NRW besonders viele Kinder mit Migrationshintergrund. Die Landesregierung müsse noch stärker an diesem Problem arbeiten, als sie das bislang schon tue.

Erst mal Abi: Und dann? Menschen hautnah 08.08.2019 29:21 Min. UT Verfügbar bis 08.08.2020 WDR Von Susanne Böhm

Stand: 13.08.2019, 16:25