Grundschullehrer sollen nicht mehr Geld bekommen

Grundschullehrerin im Unterricht

Grundschullehrer sollen nicht mehr Geld bekommen

Von Nina Magoley

  • Fast 1.500 Grundschullehrer fehlen noch in NRW
  • Finanzministerium: Schlechtere Bezahlung kein Grund
  • Mehr Geld ist nicht vorgesehen

Die Lage an den Grundschulen in NRW ist weiterhin dramatisch: Zum Schuljahrsbeginn waren nur gut die Hälfte der offenen Lehrerstellen besetzt. Rund 1.470 Lehrerinnen oder Lehrer fehlen noch immer. Bemühungen der Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), bei Gymnasiallehrern mit Extraanreizen für die offenen Posten zu werben, hatten nur mäßigen Erfolg.

Lehrerverbände wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sehen viele Gründe dafür, dass der Grundschullehrerjob so unattraktiv ist. Vor allem aber liege es daran, dass hier "trotz gleichwertiger Ausbildung" schlechter bezahlt wird als an den weiterführenden Schulen, sagte Berthold Paschert, Sprecher der Lehrergewerkschaft GEW dem WDR.

Landesregierung sieht keinen Handlungsbedarf

Doch die Landesregierung sieht bei der Besoldung erstmal keinen Handlungsbedarf. Eine Erhöhung sei für das Haushaltsjahr 2020 nicht vorgesehen, erklärte Gert Leis, Ministerialdirigent im NRW-Finanzministerium, am Dienstag (24.09.2019) im Personalausschuss des Landtags.

Den Grund für den Lehrermangel sieht die CDU vielmehr in fehlenden Studienplätzen. Es gebe mehr Interessenten für den Job als Ausbildungsplätze, so Ausschussmitglied Ralf Witzel (CDU). Hier müsse man ansetzen, das habe die schwarz-gelbe Regierung auch im Koalitionsvertrag angekündigt.

"Davon spüren wir aber nichts", stellt GEW-Sprecher Paschert fest. Die Zugangsbedingungen zum Lehramtsstudium seien mit NC bei mancherorts 1,3 "horrend" hoch. Und den aktuellen Lehrermangel könnten diejenigen, die jetzt ein Studium beginnen, noch lange Zeit nicht beseitigen. "Das A und O ist die Bezahlung", so Paschert. Wenn die gerechter wäre, "würden mehr Leute den Job machen".

Stand: 24.09.2019, 17:38