Belgien: Keine Quarantäne mehr bei Kurztrips

Ein Grenzschild Belgien in der Nähe von Monschau an der deutsch-belgischen Grenze.

Belgien: Keine Quarantäne mehr bei Kurztrips

Wer für weniger als 24 Stunden nach Belgien will, muss nicht in Quarantäne. Man muss sich aber beim Gesundheitsamt melden. In Aachen ist die Behörde schon überlastet.

Der sogenannte "kleine Grenzverkehr" nach Belgien zieht seit Samstag (03.10.2020) keine 14-tägige Quarantäne mehr nach sich. Demnach kann man sich 24 Stunden in Belgien oder einem anderen Risikogebiet aufhalten, ohne in Quarantäne zu müssen.

Der befürchtete Feiertags-Ansturm deutscher Einkaufstouristen auf niederländische Grenzstädte war allerdings ausgeblieben. "Bisher ist es ruhig", sagte ein Sprecher der Stadt Roermond am Samstagmittag (03.10.2020). Ein Sprecher Stadt Venlo berichtete ebenfalls, es sei dort "enorm ruhig". Und das blieb den ganzen Tag so.

Gesundheitsamt Aachen am Samstag überlastet

Möglicherweise werden die Ausflügler auch von der neuen Meldepflicht für Belgien-Reisende abgeschreckt: Nach dem Besuch müssen sie sich beim jeweils örtlichen Gesundheitsamt melden, damit dort die Reise registriert wird.

Nach WDR-Informationen sorgte diese Regel am Samstag im Gesundheitsamt Aachen für Ärger. Die Behörde bat dringend darum, nicht mehr anzurufen. Die Mitarbeiter seien mit der Kontaktverfolgung schon mehr als ausgelastet.

Wer trotzdem fahren will, sollte auch jenseits der deutschen Grenze Abstände einhalten und keine unnötigen Risiken eingehen. Die Bundesregierung hat ganz Belgien und weite Teile der Niederlande als Risikogebiete eingestuft.

In den Niederlanden steigen die Fallzahlen deutlich an. Mit Ausnahme der Provinzen Zeeland (Domburg) und Limburg (Maastricht) gelten nahezu die gesamten Niederlande als Risikogebiet. Der Bürgermeister der Grenzstadt Venlo hat für dieses Wochenende dazu gemahnt, auf Einkaufsreisen in die Stadt zu verzichten.

Verunsicherung in der Grenzregion

In der Grenzregion hat das zu Verunsicherung geführt. Nach den bisherigen Regeln der NRW-Corona-Reiseverordnung hätte selbst eine kurze Einkaufsreise zu den westlichen Nachbarn eine 14-tägige Quarantäne zur Folge.

Oliver Paasch: Unsere Zahlen sind besser als in Berlin

Der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, Oliver Paasch, begrüßte im Gespräch mit der "Aktuellen Stunde" die liberale Politik NRWs in Sachen kleiner Grenzverkehr. "Die Infektionszahlen sind hier gerade sehr günstig in Ost-Belgien."

Angst, dass Infektionen aus Deutschland in seine Region getragen würden, habe er nicht. Wenn ein Aachener heute nach Berlin reiste, ginge er ein größeres Risiko ein als bei einem Kurztrip nach Eupen. "Weil unsere Zahlen besser sind als die in Berlin." Grenzschließungen seien grundsätzlich kein gutes Mittel, um die Pandemie einzudämmen.

Stand: 05.10.2020, 09:05

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