NRW hat jetzt einen Aussiedler-Beauftragten

Heiko Hendriks (CDU), der neue Beauftragte der NRW-Landesregierung für deutsche Heimatvertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler.

NRW hat jetzt einen Aussiedler-Beauftragten

Von Rainer Kellers

  • Land bekommt Beauftragten für Aussiedler, Spätaussiedler und Heimatvertriebene
  • Am Donnerstag übernimmt Heiko Hendriks (CDU) das Amt
  • 650.000 Aussiedler in NRW

Die Landesregierung hat Heiko Hendriks zum Beauftragten für Aussiedler, Spätaussiedler und Heimatvertriebene gemacht. Der CDU-Politiker nimmt seine Arbeit am Donnerstag (01.02.2018) auf.

Braucht es einen Landesbeauftragten?

Das Amt hat es vorher nicht gegeben. Dabei sind die allermeisten Aussiedler und Vertriebenen schon in den neunziger Jahren nach Deutschland gekommen. Braucht es da wirklich noch einen Landesbeauftragten? "Besser spät als nie", sagt Hendriks am Mittwoch (31.01.2018) vor Journalisten.

NRW bekommt Aussiedler-Beauftragten

WDR 5 Westblick - aktuell | 31.01.2018 | 06:47 Min.

Download

Der Mülheimer will die Interessen der Aussiedler und Vertriebenen gegenüber der Politik vertreten. Wertschätzung sei wichtig, sagt er. Es gehe aber auch um praktische Probleme, zum Beispiel die Anerkennung von Berufsabschlüssen. Aussiedler seien hervorragend integriert und stünden überdurchschnittlich oft im Erwerbsleben, sagt Hendriks.

650.000 Aussiedler in NRW

In NRW gibt es nach seinen Angaben 650.000 Aussiedler und Spätaussiedler (nach 1992 nach Deutschland gekommen). Besonders viele leben in Ostwestfalen, dem nördlichen Ruhrgebiet und im Bergischen Land. Jedes Jahr wandern einige hundert vor allem aus Russland und Kasachstan nach NRW aus. Im vergangenen Jahr kamen besonders viele: 1.500.

Wahlwerbung auf Russisch

Für die Parteien ist die Gruppe der Aussiedler eine relevante Größe. Im vergangenen Jahr haben CDU und SPD Wahlwerbung auf Russisch gemacht. Die AfD hat sogar ihr Grundsatzprogramm auf Russisch übersetzen lassen.

Offenbar mit Erfolg. In Wahlkreisen mit großem Anteil an Aussiedlern hat die AfD starke Ergebnisse eingefahren - in einzelnen Wahlkreisen über 30 Prozent. Soll also der Landesbeauftragte auch Wähler zur CDU zurückholen? Das weist Hendriks im WDR-Interview zurück. Er werde überparteilich agieren.

Stand: 31.01.2018, 16:54