Baustellen: Verkehrsministerium reagiert auf Insider-Kritik

Autos stehen im Stau aufgrund einer Baustelle auf der Autobahn A 40 in NRW

Baustellen: Verkehrsministerium reagiert auf Insider-Kritik

  • NRW-Verkehrsminister beginnt Baustellentour in Hagen
  • Insider kritisiert straffe, nicht einhaltbare Zeitpläne
  • Ministerium weist Kritik zurück

Stauland Nummer eins: Diesen unrühmlichen Titel will die nordrhein-westfälische Landesregierung möglichst schnell los werden. Dazu hat NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) bereits im Mai ein Infrastrukturpaket in Gang gesetzt, damit an Baustellen künftig schneller gearbeitet wird und die Verkehrshindernisse so schnell wie möglich wieder verschwinden.

Lennetalbrücke als Vorbild

Verkehrsminister Wüst besichtigt neue Lennetalbrücke

Verkehrsminister Wüst (CDU, mitte) auf Baustellentour

Wie es im Optimalfall laufen kann, hat sich Wüst am Montag (16.07.2018) auf der neuen Lennetalbrücke auf der A45 bei Hagen angesehen. So wie es dort funktioniere, müsste es eigentlich überall bei Autobahn-Baustellen im Ruhrgebiet laufen, sagte er auf seiner Baustellentour. "Baustellen müssen sein, sind aber oft Ursache für Staus." Beim Neubau der 980 Meter langen Lennetalbrücke habe das Land Staus vermeiden können, indem die neue Brücke neben die alte gebaut und dann verschoben werde.

Insider beklagt extremen Zeitdruck

Ein Insider aus NRW, der namentlich nicht genannt werden wollte, weil er als Ingenieur selbst in Autobahn-Bauprojekte involviert ist, hat dem Verkehrsministerium vor wenigen Wochen Vorwürfe gemacht. Seiner Darstellung zufolge arbeiten die Firmen, die einen Auftrag bekommen, unter extremen Zeitdruck. Deshalb würden sie direkt einen höheren Preis veranschlagen, um die Konventionalstrafe zurückzahlen zu können, berichtete er dem WDR.

Anlässlich der Baustellentour von Wüst hat der WDR das Verkehrsministerium mit den Vorwürfen konfrontiert. Ein Sprecher des Ministeriums reagierte überrascht. "Der Vorwurf, die Bauzeitplanung sei zu straff, ist völlig neu", teilte er am Montag mit. Bisher sei den öffentlichen Bauverwaltungen wegen der angeblich zu langen Bauzeiten das Gegenteil vorgeworfen worden.

Ministerium hält Planung für seriös

Kleinere Maßnahmen würden fast immer im vorgesehenen Zeitplan festgestellt, so der Ministeriumssprecher. Bauzeiten würden seriös geplant. Aus Sicht des Insiders - einem Bauunternehmer - sei es verständlich, dass sich dieser größere Spielräume bei der Bauzeit wünsche.

Stand: 16.07.2018, 18:42