Asylbilanz: Freie Plätze und offene Verfahren

Flüchtlingsfamilie mit Kindern und Gepäck

Asylbilanz: Freie Plätze und offene Verfahren

  • Integrationsminister stellt Zwischenbilanz vor
  • Weniger Asylsuchende und viele freie Plätze in Einrichtungen
  • Viele Duldungen und mehr Abschiebungen

Die Bewältigung der Asylbewerberverfahren läuft inzwischen in geregelteren Bahnen. Es bleibt aber eine Aufgabe mit Milliarden-Einsatz - das zeigt eine Zwischenbilanz von NRW-Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) für den Integrationsausschuss des Düsseldorfer Landtags, die am Freitag (26.10.2018) bekannt wurde.

Wie viele Asylbewerber kommen nach NRW?

Die Asylbewerberzahlen in NRW sinken weiter. Waren im ersten Halbjahr 2017 monatlich knapp 2.800 Erstantragsteller über das bundesweite Verteilsystem NRW zugewiesen worden, waren es im ersten Halbjahr 2018 nur rund 2.600. Insgesamt kamen von Januar bis Juni 15.712 Asylbewerber, 936 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Aus welchen Ländern kommen die Menschen?

Syrien war laut Landesstatistik im ersten Halbjahr 2018 das Hauptherkunftsland. 26,6 Prozent der NRW zugeteilten Erstantragsteller kamen aus Syrien (4.162) und 10,6 Prozent aus dem Irak (1.660). Die Türkei folgt mit 1.261 Antragstellern, gefolgt von Afghanistan (1.050).

Wie läuft es mit den Asylverfahren?

Ende Juni hatte NRW laut aktueller Bilanz mit 13.400 von bundesweit 52.500 offenen Asylverfahren einen überdurchschnittlichen Anteil.

Wie sieht es derzeit in den Aufnahmeeinrichtungen aus?

Bilder überfüllter Flüchtlingsquartiere nach dem großen Ansturm im Sommer 2015 gehören der Vergangenheit an. Inzwischen ist von knapp 20.000 derzeit verfügbaren Plätzen in Landeseinrichtungen nur gut die Hälfte belegt. Zur Finanzierung zahlte das Land im vergangenen Jahr etwa eine Milliarde Euro an die Kommunen aus.

Wie steht es um die Ausreisepflicht?

Abgelehnte Asylbewerber bei einer Sammelabschiebung.

Abgelehnte Asylbewerber bei einer Sammelabschiebung

Eigentlich wären in NRW rund 71.000 Menschen ausreisepflichtig. Allerdings werden mehr als 53.000 formal Ausreisepflichtige aus humanitären Gründen geduldet. Hauptherkunftsländer sind Serbien, Albanien, der Kosovo und Mazedonien. 2017 wurden über die bundesweiten Förderprogramme 11.355 freiwillige Ausreisen aus NRW mit Übernahme der Beförderungskosten und Reisebeihilfen unterstützt - im bundesweiten Vergleich ein hoher Anteil von rund 38,5 Prozent.

Wie viele Abschiebungen gab es?

Der Anteil der Abschiebungen aus NRW steigt. 2018 wurden laut Statistik der Bundespolizei bis zum Stichtag 30. Juni bereits 3.378 Rückführungen erfasst. Das entspricht rund 28 Prozent der bundesweiten Abschiebungen. Die meisten der Menschen mussten nach Albanien zurück (566 Personen), gefolgt von Mazedonien (316) und Serbien (264).

Stand: 26.10.2018, 10:27