Neuer Armutsbericht: NRW hinkt weiter hinterher

Symbolbild: Geldbeutel mit nur wenigen Münzen

Neuer Armutsbericht: NRW hinkt weiter hinterher

Bei der Schere zwischen Arm und Reich hinkt NRW weiterhin dem bundesweiten Durchschnitt hinterher. Das zeigt der Armuts- und Reichtumsbericht, den das Land veröffentlich hat.

Die Einkommensentwicklung ist in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu Gesamt-Westdeutschland weiterhin unterdurchschnittlich. Das geht aus dem jüngsten Armuts- und Reichtumsberichts hervor. Die meisten einkommensschwachen Menschen leben demnach im Ruhrgebiet: In Gelsenkirchen liege das durchschnittliche verfügbare Einkommen gerade mal bei 16.312 Euro - in Olpe im Sauerland dagegen bei 28.044 Euro, fast doppelt so hoch.

Im Vergleich mit dem westdeutschen Durchschnittseinkommen von 23.283 Euro liegt NRW mit 22.263 Euro deutlich niedriger. Immerhin aber sei dieser Schnitt seit 2013 um etwas mehr als 4,2 Prozent gestiegen, so der Bericht. Bedenklich sei vor allem die große Schere zwischen arm und reich in NRW.

Mehr Geringverdiener

Gleichzeitig sei die Zahl der Menschen mit geringem Einkommen in NRW weiter gestiegen: 19,6 Prozent der Vollzeitbeschäftigten verdienen weniger als 2.289 Euro brutto im Monat. Und: Die Verschuldung wächst. Laut der Sozialstatistik waren 2019 rund 1,75 Millionen Menschen in NRW überschuldet.

Einen speziellen Fokus legt der Sozialbericht auf die Entwicklung der Wohnraum-Situation in NRW. Auch für ärmere Haushalte bezahlbarer Wohnraum ist knapp, daran hat sich dem Bericht zufolge seit 2012 wenig geändert. Besonders betroffen seien Singlehaushalte und solche von Alleinerziehenden. Besonders in den stark wachsenden Regionen gebe es einen Trend, vor dem gewarnt wird: Je höher das durchschnittliche Mietpreisniveau einer Gemeinde, desto höher die sogenannte Segregation zwischen arm und reich.

Am Mittwoch will sich der Gesundheitsausschuss des Düsseldorfer Landtags mit dem neuen NRW-Sozialbericht befassen.

Stand: 23.02.2021, 11:10