NRW fördert Job-Einstieg nach Corona

Gestresster Journalist ist mit Bewerbungsschreiben und Laptop auf Arbeitssuche.

NRW fördert Job-Einstieg nach Corona

Von Rainer Striewski

Die Folgen der Corona-Pandemie machen sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Eine Gruppe der Arbeitslosen war und ist besonders betroffen. Hier möchte das Land nun helfen.

Die gute Nachricht zuerst: Der Arbeitsmarkt scheint sich langsam von den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu erholen. Erstmals seit Beginn der Pandemie ist die Zahl der Arbeitslosen in NRW im vergangenen Monat unter die Grenze von 700.000 gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen sogar um 85.116 Personen.

Langzeitarbeitslosigkeit gestiegen

Das sind jedoch nur oberflächlich betrachtet gute Zahlen. Denn die Zahl der Langzeitarbeitslosen - also die, die über ein Jahr arbeitslos gemeldet sind - ist in NRW im Vergleich zum Vorjahr nicht gesunken, sondern gestiegen: um 39.366 auf 330.398 Personen.

Anreize für mögliche Arbeitgeber

Um zumindest einigen dieser Menschen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, hat Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag die "Initiative Wiedereinstieg NRW" vorgestellt. Sie soll "Anreize für Betriebe setzen, langzeitarbeitslosen Menschen eine Perspektive zu geben", betonte Laumann. Konkret werden vier Maßnahmen gefördert:

  • Mit der Aktion "10.000 Perspektiven" sollen Anreize für Arbeitgeber geschaffen werden, auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Menschen mit schlechteren Arbeitsmarkt-Chancen einzustellen. Dafür erhalten die Betriebe eine Einarbeitungspauschale in Höhe von 1.500 Euro pro neu eingestellter Person.
  • Der Ideenwettbewerb "100 Ideen gegen Langzeitarbeitslosigkeit" soll neue Geschäftsmodelle fördern, durch die Langzeitarbeitslose eine dauerhafte Beschäftigung aufnehmen können. Mit bis zu 50.000 Euro sollen zu Beginn 50 Projekte gefördert werden, 50 weitere sollen folgen.
  • Bei der Integration von Langzeitarbeitslosen in den Betrieb soll eine "aufsuchende Stabilisierungsberatung" helfen. Sie soll Betriebe und auch Langzeitarbeitslose dabei unterstützen, ihr jeweiliges Beschäftigungsverhältnis dauerhaft zu stabilisieren. Die Beratung können etwa ehemalige Langzeitarbeitslose in Anspruch nehmen, die durch die Aufnahme ihrer Tätigkeit den Kontakt zu Jobcenter oder Arbeitsagentur beendet haben.
  • Mit der "Kooperativen Beschäftigung" sollen Kooperationen von gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen mit Unternehmen der Privatwirtschaft gefördert werden. Das Projekt soll das bestehende Teilhabechancengesetz ergänzen.

Insgesamt 30 Millionen Euro stellt das Land für diese vier Maßnahmen bereit. Die kommen allerdings nicht aus dem Landeshaushalt, sondern aus Mitteln der EU. Mit "REACT-EU" fördert die Europäische Union Maßnahmen, um die Folgen der COVID-19-Pandemie abzumildern. Die Förderung ist befristet bis März 2023.

"Langzeitarbeitslosigkeit ist nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein menschliches Problem", betonte Laumann bei der Vorstellung der Maßnahmen. Besonders vom Ideenwettbewerb erhofft sich der Arbeitsminister auch neue Impulse und Ideen für die Arbeitsmarktpolitik. "Schauen wir mal, was dabei rumkommt", so Laumann.

Stand: 04.10.2021, 13:24

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