15.000 neue Chancen für Langzeitarbeitslose

Mehr Jobs für Langzeitarbeitslose WDR aktuell 22.01.2019 01:55 Min. Verfügbar bis 22.01.2020 WDR

15.000 neue Chancen für Langzeitarbeitslose

Von Rainer Striewski

  • Langzeitarbeitslose sollen Sprung in ersten Arbeitsmarkt schaffen
  • Politik und Verbände unterzeichnen Absichtserklärung
  • Arbeitgeber sind skeptisch, tragen Erklärung aber mit

Dieser Dienstag soll in die Landesgeschichte eingehen - daran ließen die handelnden Personen keinen Zweifel. "Heute ist für die Arbeitsmarktpolitik des Landes ein großer Tag", erklärte etwa Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Und für Christiane Schönefeld, Chefin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, ist es nicht weniger als "ein Start in eine neue arbeitsmarktpolitische Welt".

NRW-Arbeitsminister Laumann (Mitte) mit der unterzeichneten Absichtserklärung zum Teilhabechancengesetz

Laumann: "Meilenstein in der Arbeitsmarktpolitik"

Was war passiert? Vertreter von Politik, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, kommunalen Spitzenverbänden, der Freien Wohlfahrtspflege und der Bundesagentur für Arbeit haben am Dienstag (22.01.2019) eine Absichtserklärung zum Teilhabechancengesetz unterzeichnet. Anfang des Jahres ist es in Kraft getreten und soll eine nachhaltige Beschäftigung für Langzeitarbeitslose in NRW ermöglichen. "Unser gemeinsames Ziel ist die Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit und des Langzeitleistungsbezuges in NRW", heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Bund gibt eine Milliarde Euro

15.000 neue Stellen für Langzeitarbeitslose sollen noch in diesem Jahr in NRW geschaffen werden. Bis 2022 unterstützt der Bund die Maßnahmen mit rund einer Milliarde Euro. Anders als in früheren Programmen für Arbeitslose sollen vor allen Dingen solche Jobs gefördert werden, die auch nach dem Ende der fünfjährigen Finanzierung weiter bestehen bleiben. In den ersten beiden Jahren der Förderung zahlt der Bund die Lohnkosten bis zu 100 Prozent, dann sinkt der Zuschuss. Die Teilnehmer sollen zudem durch ein intensives Coaching unterstützt werden.

Brücke in den ersten Arbeitsmarkt

Ziel sei es, eine "Brücke in den ersten Arbeitsmarkt" zu bauen, betonte Arbeitsminister Laumann. NRW-Handwerkspräsident Andreas Ehlert warnte allerdings bei der Unterzeichnung vor Preisdruck und Wettbewerbsnachteilen für die Unternehmen, die nicht von der Förderung profitieren. Es müsse nun schnell ein Konsens über die Tätigkeiten gefunden werden, in denen die Förderung zum Einsatz komme. "Das ist wesentlich, auch um eine Verdrängung von regulären, nicht geförderten Arbeitsplätzen zu vermeiden."

Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit

WDR 5 Profit - aktuell 08.11.2018 04:13 Min. Verfügbar bis 08.11.2019 WDR 5

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6.000 Stellen im Ruhrgebiet

Im Dezember waren insgesamt 614.753 Personen in NRW arbeitslos gemeldet. Rund 253.000 Personen von ihnen galten als langzeitarbeitslos, über 150.000 davon bereits seit über zwei Jahren. Die Förderung richtet sich an Arbeitslose, die in sieben Jahren mindestens sechs Jahre Leistungen bezogen haben.

Die Zahl der geförderten Jobs ist in NRW von Region zu Region unterschiedlich. Im Ruhrgebiet sollen etwa 6.000 Stellen geschaffen werden, in Köln 900.

Stand: 22.01.2019, 15:07