Kritik an Landesregierung wegen Werbekampagne zum Impfen

Anzeige zu Impfterminen der Landesregierung

Kritik an Landesregierung wegen Werbekampagne zum Impfen

Von Christoph Ullrich

Die Landesregierung hatte in Tageszeitungen die Menschen aufgerufen, sich mit dem Ende der Priorisierung Impftermine zu buchen. Die SPD spricht von falsch geschürten Hoffnungen.

In vielen regionalen Tageszeitungen bekamen die Leser und Leserinnen dieselbe Anzeige zu sehen. "Im Juni: Impftermin buchen!", hieß es dort in großen Buchstaben. Es sollte dadurch an das Ende der Priosrisierung bei den Corona-Impfungen hingewiesen werden.

Werbung für nicht vorhandene Termine

Das Problem nur: Im Juni stehen - zumindest in den Impfzentren - kaum bis keine Dosen für Erstimpfungen bereit. Das hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) noch kurz vor Erscheinen der Anzeigen erklärt. Nahezu sämtlicher Impfstoff geht im Juni für anstehende Zweitimpfungen drauf.

Und auch bei den Haus- und Betriebsärzten sind die begehrten Spritzen rar. "Das ist wie bei den Tickets für ein Madonna-Konzert. In zwei Minuten ist alles weg", erklärte zum Beispiel Thomas Meier, der Verbandschef der Betriebsärzte Nordrhein der dpa.

SPD übt deutliche Kritik

Die SPD-Opposition im Landtag übt deshalb auch deutliche Kritik an der Werbe-Kampagne. Die Landesregierung schüre mit ihr falsche Hoffnungen, sagt die SPD-Abgeordnete Lisa-Kristin Kapteinat. "Alle bisher Ungeimpften müssen diese Anzeige doch als blanken Hohn empfinden. Da hat jemand offenbar vergessen, sie rechtzeitig zu stornieren", so die SPD-Gesundheitspolitikerin.

Die Fraktion hat deshalb zwei Kleine Anfragen auf den Weg gebracht, die sich kritisch mit der Anzeigenkampagne auseinander setzen. Sie liegen dem WDR vor. Unter anderem geht es auch um die Kosten der Kampagne und den Umfang.

Staatskanzlei sieht keine Probleme

Auf WDR-Anfrage wollte man in der zuständigen Staatskanzlei genau zum Punkt der Kosten nichts sagen. Allerdings verteidigte ein Sprecher die Anzeigen gegen Kritik aus der Opposition. Sie sei bewusst so gehalten worden, dass man die Bürger und Bürgerinnen um Geduld bitte.

Es stehe ausdrücklich drin, dass man nicht am 7. Juni einen Termin bekomme, sondern dass die Priorisierung aufgehoben sei und die Impfkampagne voranschreite. Dies habe man im Rahmen des gesetzlichen Informationsauftrages getan.

Wie geht es weiter mit dem Impfen in NRW?

WDR 5 Westblick - aktuell 02.06.2021 05:33 Min. Verfügbar bis 02.06.2022 WDR 5


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Stand: 07.06.2021, 15:37

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