Antisemitismus: Land unterstützt Forschung an Schulen

Mann mit Kippa

Antisemitismus: Land unterstützt Forschung an Schulen

Soziologen der Ruhr-Uni Bochum untersuchen Antisemitismus im Unterricht. Die Erkenntnisse sollen zu neuen Lernmaterialien führen.

Die Landesregierung beteiligt sich finanziell an einer Studie zur Untersuchung von Antisemitismus in den Schulen. Eine Gruppe von Soziologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) will herausfinden, in welchen Zusammenhängen er im Unterricht auftritt und auf dieser Grundlage neue Unterrichtsmaterialien entwickeln, die langfristig antisemitischen Tendenzen entgegen wirken.

Keine fundierten Studien bisher

Dass es Antisemitismus an den Schulen – und zwar nicht nur auf dem Schulhof, sondern auch im Unterricht - gibt, wisse man, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Es gebe allerdings bislang keine empirische Studie dazu.

Deshalb sollen sich die Wissenschaftler der RUB in den Religions,- Geschichts- und Politikunterricht an verschiedenen Schulen im Land setzen und beobachten, in welchen Lern-Zusammenhängen und bei welchen Unterrichtsmaterialien sich Antisemitismus zeigt.

Antisemitismus nimmt zu

"Antisemitismus ist in den letzten sechs, sieben Jahren deutlich sichtbarer in Deutschland geworden", sagte die Antisemitismus-Beauftragte des Landes, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, "wir haben eine andere Art von Artikulation, es werden auch stärker antisemitische Stereotype verwandt. Mit Blick auf Corona-Demonstrationen erleben wir sie in einem anderen Gewand." Von daher sei jetzt der richtige Zeitpunkt, Antisemitismus an Schulen zu untersuchen. "Schule ist ein Spiegel unserer Gesellschaft", ergänzte Schulministerin Gebauer. "Durch die Studie werden wir neue Erkenntnisse und Ansatzpunkte gewinnen, um Antisemitismus in der Schule in Zukunft noch besser entgegenwirken zu können."

Ziele: Prävention und dafür passendes Instrumentarium

Die Wissenschaftler wollen sechs Monate lang Erkenntnisse sammeln, danach sollen diese ausgewertet werden und auf dieser Grundlage passgenaue Unterrichtsmaterialien entwickelt und erprobt werden. Mitte 2022 sollen die Ergebnisse vorliegen. Es werde aber auch immer wieder über Zwischenstände berichtet, hieß es bei der Vorstellung des Projekts.

Warum immer noch Antisemitismus?

WDR 5 Tagesgespräch 21.07.2020 45:19 Min. Verfügbar bis 21.07.2021 WDR 5

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Stand: 01.09.2020, 14:10

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