Flüchtlinge in "Ankerzentren": NRW zurückhaltend

Flüchtlinge in "Ankerzentren": NRW zurückhaltend

  • Bundesregierung plant neuartige Unterkünfte für Asylbewerber
  • NRW-Integrationsminister Stamp will Details klären
  • Finanzierung der "Ankerzentren" unklar

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) plant neuartige Unterkünfte für Asylbewerber in den Bundesländern, so genannte Ankerzentren. Darin soll schneller als bisher über Asylanträge und Abschiebungen entschieden werden. NRW sei eines der drei Bundesländer, die sich für die Idee interessierten, hieß es am Donnerstag (03.05.2018) aus Berlin.

NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) stellte dagegen klar, dass noch keine Entscheidung getroffen sei, ob sich NRW an dem Projekt beteilige. Man habe lediglich Gesprächsbereitschaft signalisiert. "Ob NRW ein Ankerzentrum einrichtet, hängt von der Konkretisierung ab", sagte Stamp. NRW lägen bisher keine detaillierten Informationen über die Pläne von Bundesinnenminister Seehofer vor.

Integrationsminister Joachim Stamp: "Handeln statt harter Worte"

WDR 2 | 04.05.2018 | 02:55 Min.

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Laschet für zentrale Aufnahmeeinrichtungen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bestätigte am Freitag (04.05.2018), dass über die Beteiligung NRWs an Ankerzentren noch keine Entscheidung gefallen sei. Allerdings habe sich das Land grundsätzlich für zentrale Aufnahmereinrichtungen ausgesprochen. Daran änderten auch die Vorkommnisse im baden-württembergischen Ellwangen nichts. In dem Ort war die Polizei am Donnerstag mit einem Großaufgebot gegen Asylbewerber vorgegangen, die zuvor die Abschiebung eines Togolesen verhindert hatten.

Migrationsgipfel soll Fragen klären

Stamp forderte weiterhin einen "Migrationsgipfel" von Bund, Ländern und Kommunen. Dort müsse besprochen werden, wie die Abschiebung abgelehnter Flüchtlinge, aber auch der Umgang mit Geduldeten verbessert werden kann.

Stand: 04.05.2018, 12:48