Altmaier hat keine Eile beim Kohleausstieg

Altmaier hat keine Eile beim Kohleausstieg

  • Bundeswirtschaftsminister Altmaier will keinen schnellen Kohleausstieg
  • Stromgewinnung aus Kohle werde es "noch über viele Jahre" geben
  • Minister will mehr Industriearbeitsplätze schaffen

Bei seinem Antrittsbesuch in Nordrhein-Westfalen hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ein Bekenntnis zur Kohle abgegeben. Einen raschen Ausstieg für die Stromgewinnung aus Braun- und Steinkohle stellte der CDU-Politiker am Dienstag (27.03.2018) nicht in Aussicht. Stattdessen sagte Altmaier, dass es Kohle "noch über viele Jahre" geben werde.

Industrie und Umwelt versöhnen

Die deutschlandweite Kapazität von Steinkohle und Braunkohle werde bis 2030 "um einen bestimmten Prozentsatz reduziert". Aber es werde danach "selbstverständlich immer noch Braunkohle und Steinkohle geben", sagte Altmaier. Der Abbaupfad müsse so definiert werden, "dass wir industrie- und umweltpolitische Aspekte miteinander versöhnen".

Ein Bagger fährt vor der Kulisse des RWE-Kraftwerkes Niederaußem durch den Tagebau Garzweiler.

Noch ist unklar, wann der Kohleausstieg kommt

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagte nach seinem Treffen mit Altmaier, das Aus für die Braunkohle in NRW werde wahrscheinlich vor 2045 kommen. Dieses Datum hatte die rot-grüne NRW-Vorgängerregierung seinerzeit genannt.

Enddatum noch dieses Jahr

Über den genauen Kohleausstieg soll eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission beraten. Altmaier sagte, das Gremium solle "deutlich vor der Sommerpause" ihre Arbeit aufnehmen. Noch in diesem Jahr soll dann ein Datum für den Kohleausstieg feststehen.

Mehr statt weniger Industriearbeitsplätze

NRW wäre von diesem Schritt besonders betroffen. Altmaier versicherte allerdings: "Wir werden auch gemeinsam dafür arbeiten, dass die notwendigen strukturellen Veränderungen, vor denen wir stehen, am Ende nicht dazu führen, dass wir weniger Industriearbeitsplätze haben, sondern dass es mehr sind."

Stand: 27.03.2018, 18:21