Streit um AfD-Treffen mit Identitärer Bewegung

Sven Tritschler

Streit um AfD-Treffen mit Identitärer Bewegung

Von Christoph Ullrich

  • Landtagsabgeordneter Sven Tritschler traf sich mit Identitärer Bewegung
  • AfD-Buch spricht von strategischem Treffen mit dem Initiator
  • Tritschler dementiert politische Absprachen

Der AfD-Landtagsabgeordnete Sven Tritschler hat sich im Frühjahr 2017 mit dem österreichischen Vorsitzenden der Identitären Bewegung (IB), Martin Sellner, getroffen. In Deutschland wird die IB vom Verfassungsschutz beobachtet, innerhalb der AfD gibt es einen Beschluss, dass die Zusammenarbeit mit der Organisation verboten ist.

Tritschler dementiert politische Absprachen

Tritschler bestätigte dem WDR das Treffen in Wien. Er bestreitet aber, dass es politische Absprachen gegeben habe oder Vereinbarungen getroffen wurden. Es habe sich "um einen rein informationellen Austausch" gehandelt, heißt es in einem Anwaltsschreiben, das dem WDR vorliegt. Tritschler habe das Treffen auch nicht arrangiert, die Initiative soll laut seiner Aussage von einem Dritten ausgegangen sein.

AfD-Buch widerspricht Tritschler

Das ehemalige AfD-Mitglied Franziska Schreiber hatte in ihrem Buch "Inside AfD" zuerst von dem Treffen berichtet. Sie habe gemeinsam mit Tritschler über Abgrenzungen zwischen AfD und IB gesprochen, da die IB in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werde und dadurch eine Zusammenarbeit für die Partei problematisch sei.

Tritschler erklärte dem WDR, dass er eine weitere Verbreitung der ersten Auflage des Buches juristisch nicht verhindern werde. "Die bisherige Auflage ist ja schon verkauft, macht ja keinen Sinn mehr da jetzt vorzugehen," sagte Tritschler. Gegen eine weitere Auflage werde man aber vorgehen, sollten die Passagen über Tritschler weiter in dem Buch stehen.

Stand: 16.09.2018, 12:00