Chatprotokolle aufgetaucht: Streit in NRW-AfD geht weiter

AfD-Plakat wird geklebt

Chatprotokolle aufgetaucht: Streit in NRW-AfD geht weiter

Von Christoph Ullrich

  • Protokolle interner AfD-Chats aufgetaucht
  • Gemäßigte der NRW-AfD versuchen, Rechte zu verdrängen
  • Landeschef spricht von Vorstandsmitglied, das "jeden Nazifreund" aufnehmen will
  • Partei bestätigt Echtheit der Chats

Der Streit in der NRW-AfD geht in eine neue Runde. Dem WDR liegen interne Chat-Protokolle vor, die auf eine Spaltung an der Parteispitze schließen lassen. Zuerst hatte der Stern über die Chats berichtet.

"Disziplinlose Vollpfosten" und "Nazifreund"

Helmut Seifen, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag

Helmut Seifen, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag

In den Unterhaltungen spielt auch einer der beiden Landesvorsitzenden eine Rolle: Helmut Seifen beschwert sich in dem Chat darüber, dass es mit Christian Blex ein Vorstandsmitglied gebe, das bei Neuaufnahmen "jeden Nazifreund aufnehmen will". Auch über seinen Co-Sprecher Thomas Röckemann äußert sich Seifen. Er spricht von einem "zweiten Sprecher", der "jede Maßnahme gegen disziplinlose Vollpfosten verhindert".

Viele weitere Abgeordnete im Chat

In den Protokollen geht es an vielen Stellen um das Verhältnis zwischen den sogenannten "Gemäßigten" in der Partei und den ganz Rechten. Auch der Fraktionssprecher der Partei, Michael Schwarzer, sowie weitere Abgeordnete aus dem Bundes- und Landtag, sind Teilnehmer.

Streit in der NRW-AfD: Chatprotokolle aufgetaucht

WDR 5 Westblick - aktuell | 06.12.2018 | 01:38 Min.

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Die Partei hat die Echtheit der Chats gegenüber dem WDR bestätigt. Seifen sagte, er wollte den Mitgliedern die Situation "ungeschminkt darstelle". Allerdings arbeite er "fair und respektvoll" mit seinem Co-Vorsitzenden Röckemann zusammen.

Neue Runde im alten Vorstandsstreit

Der Vorgang ist nicht der erste große Streit im Landesvorstand. Bereits Ende Oktober wurde ein Text für eine Vorstandssitzung öffentlich. In diesem forderte Seifen seinen Kollegen auf, die Aktivitäten des äußerst rechten Flügels in NRW einzustellen. Röckemann reagierte damals scharf und warf Seifen einen "spalterischen Ungeist" vor.

Röckemann fordert Rücktritt Seifens

Auch nach dem jetzigen Vorfall reagierte Röckemann per Pressemitteilung. "Als Ehrenmann müsste Herr Seifen zurücktreten", teilte Röckemann am Donnerstag (06.12.2018) mit und forderte damit personelle Konsequenzen.

Stand: 06.12.2018, 16:03