NRW-AfD sucht Stabilität

Plakat mit dem Logo der Afd, davor viele erhobene Hände mit Stimmzetteln

NRW-AfD sucht Stabilität

Von Christoph Ullrich

  • AfD wählt in Kalkar einen neuen Vorstand
  • Keinen klaren Favoriten auf die Spitzenämter
  • Die Partei ist auf der Suche nach Stabilität

Eigentlich könnte sich die AfD am Wochenende (09./10.12.2017) auf dem nachgeholten Parteitag in Kalkar auf die Schultern klopfen. War doch der Bundesparteitag in Hannover eine Woche vorher ein voller Erfolg für die NRW-AfD.

Gleich zwei ihrer Mitglieder schafften den Sprung in den Bundesvorstand. Kay Gottschalk wurde einer der drei stellvertretenden Bundeschefs. Und der Essener Guido Reil - jahrzehntelang für die SPD unterwegs - wurde überraschend Beisitzer.

Im alten Bundesvorstand gab es keinen Vertreter aus dem mitgliederstärksten Landesverband. Allenfalls Ex-Landeschef Marcus Pretzell hatte einen gewissen Einfluss, war er doch der Ehemann der Ex-Parteivorsitzenden Frauke Petry. Beide sind jedoch aus der AfD ausgetreten.

Kein Favorit auf den Sprecherposten

Jenseits der personellen Erfolge in Hannover sind daher wichtige Fragen zu klären. Bleibt die AfD in NRW der zerstrittene Haufen, der er unter Pretzell und seinem Co-Chef Martin Renner war? Oder verspricht ein neuer Vorstand ruhigere Zeiten? Letzteres erscheint vor Beginn der Versammlung unsicherer denn je.

Zum Beispiel gibt es keinen Favoriten auf die Chefposten. Bei einer Vorstellungsrunde stellten sich sechs weitgehend unbekannte Kandidaten vor. Der noch verbliebene Landeschef Renner fehlte. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, Renner sei ohne Chance auf eine Wiederwahl.

NRW-AfD sucht neuen Vorstand

WDR 5 Westblick - aktuell | 07.12.2017 | 04:41 Min.

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Guido Reil schließt definitiv aus, einer der Landessprecher - wie es offiziell heißt - zu werden. Ob der stellvertretende Parteichef und Bundestagsabgeordnete Gottschalk Chancen hat, ist wegen seiner Ämter unklar.

Durcheinander wie beim Bundesparteitag?

Zu den personellen Fragen, kommt der interne Streit. Dem WDR liegt das Antragsbuch für das Treffen vor. Viele Mitglieder fordern darin eine Diskussion über Amtszeit und Größe des Vorstandes. Außerdem zeichnet sich eine längere Aussprache über die Entlastung des alten Vorstandes ab.

Das zeigt der Antrag auf eine unabhängige Prüfung der Landesfinanzen. Seit Wochen kursieren Gerüchte um fehlende Gelder. Ein rechtes Magazin nennt einen Fehlbetrag von 512.000 Euro, die in der Kasse fehlten. Vertreter des aktuellen Vorstands dementieren dies unter Verweis auf vorliegende Abrechnungen.

Überraschungskandidaten auch in NRW?

Die unklare Gemengelage bei der NRW-AfD verspricht einen spannenden Parteitag. Auch in NRW ist offen, wer die Partei in Zukunft anführen wird. Selbst eine Überraschung scheint denkbar. Dass sich die internen Querelen legen, ist hingegen unwahrscheinlich.

Stand: 07.12.2017, 06:30