Münster verliert Fahrrad-Spitzenplatz

Fahrradfreundlichste Stadt in NRW WDR aktuell 09.04.2019 01:45 Min. Verfügbar bis 09.04.2020 WDR

Münster verliert Fahrrad-Spitzenplatz

Von Sabine Tenta

  • Städteranking des ADFC zur Fahrrad-Zufriedenheit
  • Münster verliert bundesweiten Spitzenplatz
  • Gesamtzufriedenheit ist weiter gesunken

Der politische Wunsch nach einem deutlichen Ausbau der Radmobilität und die Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Das zeigt die aktuelle Erhebung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zum Fahrrad-Klima, also der Zufriedenheit der Radfahrer mit ihrer Kommune. Die Ergebnisse stellte der Verein am Dienstag (09.04.2019) in Düsseldorf vor.

Gesamtklima immer schlechter

Im Schnitt haben die Online-Befragten eine Gesamtnote von 3,9 vergeben. Damit hat sich das Gesamtklima verschlechtert - und sinkt kontinuierlich. 2016 gab es die Note 3,8 und 2014 eine 3,7. Häufige Kritikpunkte der Radfahrer: Zu wenig Platz und zu viele Falschparker auf Radwegen.

Die Daten wurden in einer für alle offenen bundesweiten Online-Abfrage Ende 2018 erhoben. 170.000 Menschen haben sich beteiligt. Daraus erstellte der ADFC ein Städteranking, eingeteilt in verschiedene Klassen, je nach Einwohnergröße.

Die Ausgezeichneten in NRW

Den bundesweiten Spitzenplatz in seiner Größenklasse muss Münster nun an Karlsruhe abgeben und landet auf Platz zwei. Dafür können Bocholt und Reken in ihrer Klasse den ersten Platz belegen.

Und Wettringen kann sich über den Titel "familienfreundlichste Fahrradstadt" freuen. Hier sind die Menschen der Meinung, dass man Kinder ohne schlechtes Gewissen allein mit dem Rad fahren lassen kann. In Wettringen leben rund 8.000 Menschen, 140 von ihnen teilen sich im Schnitt einen Quadratkilometer. Zum Vergleich: In der Millionenstadt Köln leben knapp 2.700 Einwohner pro Quadratkilometer.

Schlusslichter und Aufholer aus NRW

In ihrer Größenklasse bilden Köln, Remscheid und Lüdenscheid das Schlusslicht. Mönchengladbach landete 2016 auf dem letzten Platz. Trotz zahlreicher Anstrengungen kann die Stadt 2018 aber nur auf den vorletzten Platz klettern.

Das hat Mönchengladbach bei der Fahrrad-Infrastruktur geändert

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Besonders aufgeholt im Vergleich zu den Vorjahren haben Xanten und Lippstadt. Als Grund dafür sieht der ADFC den neuen Radfernweg "Römer-Lippe-Route". Die 400 Kilometer lange flussbegleitende Strecke beginnt in Xanten und endet in Lippstadt.

Gütersloh hat sich um 48 Plätze verbessert. Hier werden das Radwegenetz, die vielen Wegweiser und die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums von den Radfahrern gelobt.

Die Angst der Eltern

Ein Wert, der besonders hervorsticht, ist die Sorge der Eltern, ihre Kinder mit dem Rad zur Grundschule fahren zu lassen. 74 Prozent der Befragten sagen, dass man Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein fahren lassen kann, in Großstädten sind es sogar 85 Prozent. Die Folge sei laut ADFC das bekannte Eltern-Taxi-Chaos vor den Grundschulen.

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Stand: 09.04.2019, 13:00

Kommentare zum Thema

10 Kommentare

  • 10 Al Dente 09.04.2019, 21:53 Uhr

    Das Positiv-Beispiel "Wettringen" zeigt, wo die Probleme anderswo liegen: Viel zu viele Menschen müssen sich auf viel zu wenig Fläche aufhalten und bewegen. Aber der Verdichtungswahn ist vermutlich vorerst nicht zu stoppen.

  • 9 Alex 09.04.2019, 21:40 Uhr

    Als Bewohner von Münster habe ich gelegentlich mal die Polizei angerufen bezüglich Falschparker, die auf dem Fahrradstreifen parken mit ihrem Auto Komma und antworte hier dich ich solle mich doch bitte selbst und persönlich beim Ordnungsamt vorstellig werden bzw dort anrufen und mich darum kümmern Punkt ich finde dass es nicht Aufgabe des Bürgers, ich will nämlich schon mit meinem Belangen zwar an die Polizei aber dann hat diese doch den Verstoß gegen die verkehrsrichtlinien an das Ordnungsamt weiterzuleiten und nicht echt als bürgeralm ich den halben Tag darum zu kümmern wenn jemand falsch parkt. Also Münsters Polizei und Ordnungsbehörden generell sind einfach nur katastrophal und absolut nicht bürgerorientiert

  • 8 Anonym 09.04.2019, 19:35 Uhr

    Frage an die „Experten“, Wieviele der Arbeitnehmer müssen mit dem Auto zur Arbeit? Wieviele der Arbeitnehmer können mit dem Rad zur Arbeit? Der Autofahrer bezahlt mehrfach die unterschiedlichsten Steuerarten. Ist die Melkkuh der Nation. Und Gleichzeitig der Buhmann. Was wird für den Autofahrer getan? Keine Hilfe bei gezwungenen Autowechsel. Keine Parkmöglichkeiten in der Nähe des Einzelhandel. Kauft mal eine Kiste Bier, eine Kiste Sprudel, Butter, Eier Käse Milch mit dem Fahrrad. Keine Rechte im Straßenverkehr, nur der Kraftfahrer muß sich an Vorschriften und Gesetze halten. Wo ist der Unterschied ob der Fußgänger der Radfahrer oder der Kraftfahrer bei „Rot“ die Ampel quert? Melkkuh!

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    • Leben ohne Auto geht 09.04.2019, 21:46 Uhr

      Man kann sich Getränkekisten für kleines Geld bis in die Wohnung liefern lassen. Bei uns kostet das 3 Euro. Wenn der Kraftfahrer über eine rote Ampel fährt, ist das für Fußgänger und Radfahrer lebensgefährlich. Und für andere Kraftfahrer auch.

  • 7 hø'ø 09.04.2019, 18:23 Uhr

    Zum nebenan stehenden Interview mit Thorsten Koska möchte ich ein Wort schreiben: Die schönen genannten Beispiele liegen alle im winterfreien Flachland: Münster, Bremen, Köln, die Niederlande. Natürlich kann man dort recht problemlos aufs Fahrrad umsteigen. Ich lade Herr Koska aber ein, mal täglich mit dem Fahrrad von Laasphe nach Siegen oder von Olpe nach Gummersbach zu pendeln, wie es tagtäglich viele Arbeitnehmer tun müssen. Da hilft auch der gute Wille zur Veränderung nicht viel, das läßt sich mit dem Fahrrad einfach nicht bewerkstelligen, denn hier ist es nunmal nicht flach, und selbst dem Elektrofahrrad geht auf halber Strecke die Puste aus. Dazu kommen die höchsten Niederschläge der ganzen Republik im Raum Bergisches Land / Südwestfalen und Eis und Schnee im Winter. Welche Vorschläge und Ideen hat er da zu bieten?

  • 6 Rentner 09.04.2019, 18:19 Uhr

    Für Belange der Bevölkerung ist unsere Bundesregierung resistent.

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    • Tom 09.04.2019, 19:35 Uhr

      Ich fahre viel Fahrrad und kann mich nicht beschweren. Man kann auch übertreiben mit seinem rumgeheule

  • 5 Marcel 09.04.2019, 18:13 Uhr

    Leider wurde in den letzten zwei Jahren nicht mehr viel für das Rad getan. Das ordnungsamt lässt Falschparker auf dem Rad Streifen einfach stehen und fährt weiter. Für Kinder ist es natürlich sehr gefährlich. Besonders auf Hauptstraßen ist es sehr riskant zu fahren. Das Fahrrad ist ein tolles Verkehrsmittel dass immer noch zu wenig gefördert wird. Lieber stellt man das Auto am strassenrand und nimmt den ganzen Platz weg. Verlagern wir doch die Autos in Parkhäuser und schaffen paar breite sichere Radwege. Wieso hört man nie das Volk? Sehr ärgerlich

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    • Gerhard 09.04.2019, 19:33 Uhr

      Oder am besten wir sperren gleich alle Autofahrer weg weil sie alle so Böse sind das sie auf dieser Welt keine darseiensberechtigung haben. Danach zerstören wir alle Autos.

  • 4 hø'ø 09.04.2019, 17:43 Uhr

    Die Notenvergabe ist recht relativ. Wenn ich sehe, daß Troisdorf oder Siegburg mit ihren ausgedehnten Radwegenetzen fast genau so schlecht bewertet werden wie Siegen, wo es genau genommen gar keine Radwege gibt, dann sehe ich, daß es offenbar keine gemeinsamen Bewertungskriterien gab, die Bewertung also sehr subjektiv ist.

  • 3 Anonym 09.04.2019, 17:21 Uhr

    Die Radwege in Münster könnten aus Gold sein und irgendwelche Idioten würden sich trotzdem beschweren. Wenn man Großstädte oder generell Städte so hasst muss man eben aufs Land ziehen, ich ziehe doch auch nicht in die Innenstadt und beschwere mich über den Lärm?! Was allerdings auch genug Menschen machen die wohl nicht 1 und 1 zusammenzählen können. Und von dem Rüchtsichtslosen, Gefährlichen und Dummen verhalten der Radfahrer gegenüber Fußgängern und Autofahrern fange ich am besten erst garnicht an..

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    • Alex 09.04.2019, 21:46 Uhr

      Ich wohne in der Innenstadt und beschwere mich dennoch über den Lärm. Nicht über den normalen Leben am Tag sondern über den Lärm der nach 22 Uhr und vor allem gegen 23 Uhr 24 Uhr und 1 Uhr passiert Punkt in der Altstadt werden regelmäßig Kontrollen durchgeführt durch das Ordnungsamt und durch die Polizei aber an anderen Straßen wo auch reger Verkehr herrscht bzw wo die Partygänger angetrunken wild herum grölen, wird überhaupt nicht kontrolliert. Ich habe schon mehrfach die Polizei und das örtliche Ordnungsamt diesbezüglich angeschrieben Komma Reaktion gab es daraufhin kein. Auch wenn man in der Stadt wohnt hat man ein Recht darauf, dass es nachts einigermaßen ruhig ist und nicht wild rum gegrölt wird. Sind dann meistens auch die Dörfler die zum Party machen in die Stadt kommen und hier die Sau raus lassen. Wenn die Polizei nach fussball spielen die Feiern sogar bis nach 0 Uhr SCHÜTZT, wird gegen geltende Gesetze verstoßen.

  • 2 Harald B. 09.04.2019, 16:46 Uhr

    Viele Radwege und Fußgängerwege in Deutschland sind vorsichtig ausgesprochen ein Witz. Getrennte Wege sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Ebenso, dass Radfahrer auf Fußgängerwegen nichts zu suchen haben.

  • 1 Th. m Weckowski 09.04.2019, 15:40 Uhr

    Gruselig sind die Radwege ! Schlaglöcher und seit fünfzig Jahren nicht mehr erneuert! Wenn sie zu schlimm werden sperrt man sie an der herz Klinik in meiderich nur als Beispiel! Fahre jeden tag 20 km durch duisburg zur arbeit.