Abschiebeflug von Düsseldorf in Kabul gelandet

Demo gegen Abschiebeflug im Airport Düsseldorf

Abschiebeflug von Düsseldorf in Kabul gelandet

  • Erneut Sammelabschiebung vom Flughafen Düsseldorf
  • Darunter war laut Landesregierung ein Asylbewerber aus NRW
  • Flugzeug landete am Mittwochmorgen (24.01.2018) in Kabul

Trotz der verschärften Sicherheitslage in Afghanistan ist am Dienstagabend (23.01.2018) von Düsseldorf aus ein Sammelflug mit abgelehnten Asylbewerbern nach Kabul gestartet. Die Maschine landete am Mittwochmorgen in der afghanischen Hauptstadt.

Nach WDR-Informationen war geplant, 70 bis 80 Afghanen abzuschieben. Nach Angaben von Flüchtlingsinitiativen waren jedoch wesentlich weniger Menschen an Bord. Es war zunächst die Rede von 17 Personen. Grund seien Krankheiten oder Einsprüche gegen die Abschiebung gewesen.

Eine Person aus NRW

Sammelabschiebung vom Düsseldorfer Flughafen nach Afghanistan

Proteste gegen Abschiebung im September 2017

Am Mittwoch (24.01.2018) teilte NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) mit, dass 19 afghanische Ausreisepflichtige aus acht verschiedenen Bundesländern im Flieger saßen. Aus NRW sei ein Straftäter abgeschoben worden, der wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Vergewaltigung verurteilt worden sei, so Stamp.

Kritik an Einzelfall-Entscheidung

Flüchtlingsinitiativen protestierten in der Abflughalle des Flughafens. Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats NRW, sagte: "Die Menschenwürde und das Recht auf Leben gelten für jeden - immer und ausnahmslos. Nichts kann rechtfertigen, Menschen einer konkreten Lebensgefahr auszusetzen."

Auch der Leiter des Kabuler Büros der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung kritisiert die Abschiebung scharf. "Ich halte das mit Blick auf die Sicherheitslage für ausgesprochen problematisch und für nicht verantwortbar", sagte Mirco Günther im ARD-Morgenmagazin. Kabul, wo die Abgeschobenen gelandet sind, sei "einer der gefährlichsten Orte in Afghanistan".

Stand: 24.01.2018, 14:02