NRW-Gesundheitsminister für verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln

Diabetiker-Set mit Blutzuckermessgerät und Spritze.

NRW-Gesundheitsminister für verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln

  • Zahl der Diabetes-Erkrankten in NRW steigt immer weiter
  • SPD fordert verpflichtende Kennzeichnung, auch Gesundheitsminister dafür
  • Debatte im Landtag

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) wünscht sich vor dem Hintergrund steigender Diabeteserkrankungen in NRW eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln. „Ich glaube schon, dass man das verpflichtend machen muss. Man kommt am Ende des Tages mit Freiwilligkeit in dieser Frage nicht aus. Aus Sicht des Gesundheitsministeriums kann ich das gar nicht anders beantworten“, sagte Laumann dem WDR am Rande der Landtagsdebatte zum Thema Diabetes am Mittwoch (22.01.2019)

SPD will höhere Steuer auf zuckerhaltige Getränke

Zuvor hatten die Oppositionsfraktionen von SPD und Grünen im Düsseldorfer Landtag gefordert, eine verpflichtende Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln müsse eingeführt werden. Das politisch derzeit favorisierte System dafür ist der so genannte Nutri-Score, der in Frankreich relativ weit verbreitet ist. Dabei werden Lebensmittel auf der Verpackung deutlich sichtbar in fünf Stufen von grün bis dunkelrot bewertet – abhängig von Zucker-, Fett- und Salzgehalt. Genau diese Anteile in der Nahrung erhöhen das Diabetesrisiko.

Hände setzen Pen auf Bauchdecke, im Hintergund sieht man das Gesicht des Kindes, das die Spritze bekommt.

Mit speziellen Geräten müssen Diabetiker*innen selbst für die richtige Menge an Insulin im Blut sorgen.

Auch eine höhere Steuer auf besonders zuckerhaltige Getränke kann sich die NRW-SPD vorstellen. „Nur zu sagen, die Menschen müssten sich besser ernähren und mehr bewegen, dann wäre alles ist Ordnung – das ist zu kurz gesprungen“, betonte die gesundheitspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, Angela Lück, gegenüber dem WDR. Susanne Schneider, Gesundheitsexpertin der regierenden FDP, erteilte dem jedoch im Plenum eine Absage: "Wir wollen das Essverhalten nicht mit einer Zusatzsteuer bestrafen.“

Alarmierende Diabetiker-Zahlen

Die Zahlen sind alarmierend: In fast allen Altersgruppen steigt die Zahl der Diabetiker. Besonders bei den 40- bis 44-Jährigen ist die Zunahme gewaltig: Innerhalb von neun Jahren stieg die Zahl der Neuerkrankungen in dieser Altersgruppe um rund 60%. Insgesamt leidet fast jeder zehnte Mensch in Nordrhein-Westfalen unter Diabetes.

Diabetes: Mehr Einsatz von NRW-Regierung gefordert

WDR 5 Morgenecho - Interview 22.01.2020 04:45 Min. Verfügbar bis 21.01.2021 WDR 5

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Stand: 22.01.2020, 17:04