Pro Familia: Nicht genügend Ärzte für Schwangerschaftsabbrüche

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Pro Familia: Nicht genügend Ärzte für Schwangerschaftsabbrüche

  • Pro Familia beklagt Ärztemangel
  • Bedarf auf dem Land, aber auch in der Stadt
  • Landesregierung sieht keine Probleme

Im Sauerland, im Münsterland, in Teilen von Westfalen und in der Eifel gibt es nach Angaben von Pro Familia so gut wie keine Ärzte, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen. Aber auch in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet gebe es - gemessen an der Bevölkerungszahl - nicht genug Mediziner, die Frauen behandeln können.

Für Frauen kann das unter Umständen bedeuten, dass sie sich nicht frei für eine Methode zum Schwangerschaftsabbruch entscheiden können und das sie nicht wählen können, zu welchem Arzt sie gehen.

Nicht genügend Ärzte für Schwangerschaftsabbrüche

WDR 5 Westblick - aktuell 27.03.2019 03:11 Min. WDR 5

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Landesregierung sieht keine Probleme

Ultraschall

Laut NRW-Landesregierung gibt es ein ausreichendes Angebot an Ärzten und es sei sichergestellt, dass Frauen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen können. Ausreichend bedeutet für die Landesregierung, dass eine entsprechende Einrichtung innerhalb eines Tages mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.

So steht es in einer kleinen Anfrage der Grünen zum Thema. Gabriele Stöcker, von Pro Familia findet, dass mit falschem Maß gemessen wird, da man Patientinnen in anderen Bereichen eine solche Situation nicht zumuten würde.

Im Jahr 2018 haben laut Statistischem Landesamt 21.378 Frauen in NRW ihre Schwangerschaft abgebrochen. Die Zahlen sind seit Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau. Doch einige der Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, sind deutlich über sechzig Jahre alt, stehen also kurz vor der Rente. Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Heike Gebhard (SPD) möchte, dass weiterhin eine medizinische Expertise in ganz NRW vorhanden ist.

Viele Tabus beim Thema Abtreibung

Hand eines Arztes mit Ultraschallgerät

Das Land muss laut Gesetz eine ausreichende Versorgung gewährleisten. Was ausreichend bedeutet, lässt sich laut Landesregierung aber nicht in Zahlen übersetzen: eine Quote darf nicht vorgeschrieben werden, weil sich Ärztinnen und Ärzte aus Gewissensgründen weigern dürfen, einen Abbruch durchzuführen.

Die Frage, wie der Weg zu einer guten medizinischen Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüche aussieht, ist mit vielen Tabus behaftet. Gabriele Stöcker und Heike Gebhard wünschen sich deshalb eine offene, breit geführte Debatte.

Stand: 27.03.2019, 14:45