NRW-Impfzentren: Impfen jetzt für alle – mit Zugabe

Stand: 14.07.2021, 16:59 Uhr

Von Jessica Sturmberg

NRW-Impfzentren: Impfen jetzt für alle – mit Zugabe

Vor einer Woche herrschte teilweise noch Impfstoffmangel. Jetzt ist genug Impfstoff für alle da, die geimpft werden wollen. Das ist das Ergebnis einer WDR-Umfrage unter allen 53 Impfzentren sowie den Hausärzteverbänden in NRW. Um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, haben die Städte und Kreise zahlreiche Aktionen gestartet. 

Beispiel Solingen: Für 16- bis 27jährige, die an den beiden kommenden Wochenenden von 20 bis 23 Uhr ins Impfzentrum kommen, legt ein DJ auf; dazu gibt es alkoholfreie Cocktails und mexikanische Tacos. Wenn viele kommen, will das Impfteam auch länger bleiben. Während der „Woche des Impfens“ gibt es Impfaktionen auch auf Supermarkt-Parkplätzen, in Einkaufszentren oder an Badeseen – etwa in den ostwestfälischen Gemeinden Petershagen und Hille. Geimpft wird überall im Land inzwischen ohne Termin.

Langsameres Impftempo

Bereits in der vergangenen Woche war die Auslastung der Impfzentren zwischen 20 und 50 Prozent geringer als im Vergleich zur maximal möglichen Auslastung, ergab die WDR-Umfrage. Etwa zehn Prozent beträgt der Anteil der Fälle, in denen Menschen nicht zu den Impfterminen erscheinen – und sie auch nicht absagen. Die Quote der nicht wahrgenommenen Termine war regional sehr unterschiedlich – und schwankte zwischen einem und 25 Prozent. In Gütersloh gab es beispielsweise an vier Tagen im Juni 950 Personen, die nicht zu ihrer Zweitimpfung kamen.

Kaum Impfstoff entsorgt

Wegen der ausgefallenen Termine musste nahezu kein Impfstoff weggeworfen werden, teilten die Impfzentren auf WDR-Anfrage mit. Ausnahmen gab es – in geringen Mengen – beim Impfstoff Astra Zeneca.

Größere Mengen Astra Zeneca lagern jetzt in vielen Hausarztpraxen – und drohen zu verfallen. Diese Impfdosen könnte jetzt ins internationale Programm „Covax“ fließen, das für eine bessere Versorgung von ärmeren Ländern sorgen soll, empfiehlt zum Beispiel Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Laut NRW-Gesundheitsministerium wird gerade darüber beraten, ab wann und wie die Hausarztpraxen die übrigen Impfstoffe zurückgeben können.

Aktuell sind in Nordrhein-Westfalen mehr als 62 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft.

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