Zehn Verletzte bei Kurden-Demos in NRW

Ein Blaulicht der Polizei

Zehn Verletzte bei Kurden-Demos in NRW

  • Neue Eskalationen bei Kurden-Demonstrationen in NRW
  • Zehn Menschen verletzt
  • Schwerverletzter durch Messerstich in Lüdenscheid

In NRW sind am Mittwoch (16.10.2019) mehrere Demonstrationen gegen den türkischen Einmarsch in Nordsyrien eskaliert. Insgesamt wurden zehn Menschen verletzt.

In Lüdenscheid ist es zu einem Messerangriff gekommen. Nach Angaben der Polizei wurde ein türkischstämmiger Deutscher schwer verletzt. Mehr als hundert Kurden hatten in der Innenstadt protestiert.

Eine kleinere Gruppe mit türkischen Flaggen störte laut Polizei die Mahnwache. Daraufhin kam es zu einer Auseinandersetzung. In dessen Verlauf stach ein bislang Unbekannter den 50 Jahre alten Mann mit einem Messer in den Rücken.

Mahnwache eskaliert

Eigentlich hatte der Lüdenscheider Stadtverband der Partei "Die Linke" nur eine Mahnwache angemeldet. Zu dieser kamen dann aber wohl rund 200 Menschen – darunter mehr als einhundert Kurden. Dazu stieß eine Gruppe mit türkischen Flaggen, die offenbar die Mahnwache störte, bis die Situation eskalierte.

Das Opfer wurde ins Krankenhaus gebracht. Weitere Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Eine Mordkommission wurde eingesetzt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Hundertschaft muss nach Bottrop

In Bottrop mussten am Abend nach einer Demo eine kurdische und eine türkische Gruppe von der Polizei getrennt werden. Eine Hundertschaft wurde zur Unterstützung herbeigerufen. Nach Angaben der Polizei wurden Steine geworfen. Acht Menschen wurden verletzt, darunter fünf Polizisten. Es gab mehrere Festnahmen.

Festnahme in Köln

Demonstrierende Menschen und Polizei vor dem Kölner Hauptbahnhof

Bei einer Demo in Köln musste die Polizei einschreiten

Auch in Köln haben am Mittwoch Hunderte Kurden demonstriert. Dabei kam es laut Polizei zu einer Rangelei nahe dem Hauptbahnhof. Ein Mann wurde festgenommen und dabei leicht verletzt.

Für Samstag ist in der Kölner Innenstadt die nächste große Protestkundgebung geplant. Die Veranstaltung ist mit 15.000 Teilnehmern angemeldet. Durch die Erfahrungen aus den vergangenen Aktionen geht die Polizei allerdings von sehr viel mehr Teilnehmern aus.

Friedlicher Protest und Gewalt

In vielen Städten demonstrieren in diesen Tagen Kurden gegen den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien. Vielerorts blieb es friedlich, vereinzelt kam es auch in NRW zu Krawallen. In Herne wurde ein türkisches Café und ein türkischer Kiosk attackiert und beschädigt. In Bielefeld kam es zu einer Rangelei.

Stand: 17.10.2019, 08:04

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