Kündigung: Kürzere Fristen für Handy- und Internetverträge

Neues Gesetz für Handy-und Internetverträge Hier und heute 07.12.2021 08:55 Min. Verfügbar bis 07.12.2022 WDR

Kündigung: Kürzere Fristen für Handy- und Internetverträge

Kürzere Kündigungsfristen, günstigere Angebote und mehr Rechte bei langsamem Internet – das neue Telekommunikationsgesetz bringt für Verbraucher ab dem 1. Dezember mehrere Vorteile.

Für wen gelten die neuen Kündigungsfristen?

Wenn die Mindestvertragslaufzeit bei einem Telefon-, Internet- oder Mobilfunkvertrag abgelaufen ist, können Kunden künftig mit einem Vorlauf von einem Monat kündigen. Das gilt auch für Verträge, die bereits vor dem 1. Dezember abgeschlossen wurden.

Wer umzieht, kommt unter Umständen sogar innerhalb der Vertragslaufzeit aus dem Vertrag heraus. Wenn der Anbieter die bisher gebuchte Leistung des Internetvertrags am neuen Wohnort nicht liefern kann, können Kunden mit einer einmonatigen Frist kündigen.

Wie erfahren Kunden von günstigeren Angeboten?

Einmal im Jahr müssen die Anbieter ihre Kunden in Zukunft darüber informieren, ob es beim gleichen Anbieter günstigere Verträge mit ähnlichen Leistungen gibt. Hintergrund ist, dass viele Bestandskunden für ihre Alt-Verträge deutlich mehr zahlen, als eigentlich nötig, weil sie schlicht nicht mitbekommen haben, dass sich die Konditionen im Laufe der Jahre verbessert haben, heißt es von der Verbraucherzentrale.

Sind Vertragsabschlüsse am Telefon wirksam?

Ein am Telefon abgeschlossener Vertrag ist erst dann wirksam, wenn Kunden die Konditionen im Anschluss schriftlich genehmigt haben. So sollen Verbraucher die Möglichkeit bekommen, die neuen Konditionen in Ruhe zu überprüfen.

Was können Kunden bei langsamem Internet tun?

Wer häufig Probleme mit langsamem Internet hat und nicht die vertraglich vereinbarte Bandbreite bekommt, kann den Vertrag in Zukunft leichter kündigen oder die Zahlungen mindern. Wenn beispielsweise statt der vereinbarten 100 Megabit pro Sekunden nur 50 Megabit ankommen, müssen Verbraucher auch nur die Hälfte der Kosten für ihren Vertrag zahlen.

Nachweisen können Kunden diese Störungen über ein neues Messinstrument der Bundesnetzagentur. Dieses steht nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW allerdings erst ab dem 13. Dezember zur Verfügung.

Welche Rechte haben Kunden, wenn Telefon oder Internet komplett ausfallen?

Wenn es Probleme mit dem Telefon- oder Internetanschluss gibt, müssen Anbieter schnell reagieren. Das neue Telekommunikationsgesetz legt die Höhe der Entschädigung fest, die Verbrauchern bei einem Komplettausfall zusteht:

  • Für den 3. und 4. Tag: 10 Prozent der Monatsgebühr, mindestens aber fünf Euro
  • Ab dem 5. Tag: 20 Prozent der Monatsgebühr, mindestens aber zehn Euro

Wenn der Kundendienst zu vereinbarten Terminen nicht erscheint, erhalten Verbraucher 20 Prozent der Monatsgebühr, mindestens aber zehn Euro.

Stand: 01.12.2021, 14:52

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