Hälfte aller Klinik-Rechnungen beanstandet

Operation von oben.

Hälfte aller Klinik-Rechnungen beanstandet

  • Krankenkassen in NRW überprüfen Klinik-Rechnungen
  • Fehler in mehr als der Hälfte der Abrechnungen
  • Krankenhausgesellschaft warnt vor "Billigversorgung"

Mehr als eine halbe Million Klinik-Rechnungen wurden im vergangenen Jahr in NRW im Auftrag der Krankenkassen noch einmal überprüft. Etwa jede zweite davon erwies sich nach Bewertung der Krankenkassen als fehlerhaft.

Geprüft wurden rund 321.000 Rechnungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) Nordrhein, weitere 223.000 durch den MDK Westfalen-Lippe, wie beide Sprecher am Samstag (02.03.2019) berichteten.

Hälfte der Rechnungen korrigiert

Der MDK Nordrhein kürzte die Rechnungen nach eigenen Angaben durchschnittlich um jeweils etwa 2.000 Euro - insgesamt knapp 307 Millionen Euro. Nur jede dritte Rechnung sei korrekt gewesen.

Beim MDK Westfalen-Lippe bezifferte ein Sprecher den Anteil der beanstandeten Rechnungen auf 54 Prozent.

"Die MDK stellen fest, dass nach wie vor jede zweite geprüfte Krankenhausrechnung fehlerhaft ist", beklagte auch der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), Peter Pick.

Krankenhausgesellschaft warnt vor "Billigversorgung"

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß warf den Kassen dagegen vor, den Weg für eine "Billigversorgung" der Patienten ebnen zu wollen. "Hier von Falschabrechnungen zu reden, das ist völlig falsch."

Allein für das vergangene Jahr gehen Hochrechnungen davon aus, dass die Krankenhaus-Rechnungen insgesamt um mehr als drei Milliarden Euro gekürzt wurden. Bundesweit haben die gesetzlichen Krankenkassen 2017 knapp 75 Milliarden Euro für Behandlungen in Kliniken ausgegeben.

Stand: 02.03.2019, 18:29

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