Krankenhäuser verfehlen gesetzliche Fallzahlen

Auf einem grünen Tuch liegen Instrumente für eine Herzoperation bereit.

Krankenhäuser verfehlen gesetzliche Fallzahlen

  • Schwierige Operationen erfordern Erfahrung
  • Kliniken müssen Fallzahlen erfüllen
  • Regelung wird in NRW oft unterschritten

Eine Studie unter anderem der Bertelsmann-Stiftung hat ergeben, dass fast jede zweite NRW-Klinik die nötigen Fallzahlen unterschreitet. Mehr als jede Vierte macht keine Angaben dazu. Sanktionen müssen die Einrichtungen deswegen nicht fürchten.

Erfahrene Ärzte gut fürs Patienten-Wohl

Viele Krankenhäuser berufen sich im Rahmen des Gesetzes auf Ausnahmen, die sie davon abgehalten haben, die Mindest-OP-Zahlen zu erreichen. Dazu zählen etwa Notfall-Behandlungen oder ein Personal-Umbau.

Dabei haben weltweite Studien gezeigt: Je mehr Erfahrung Krankenhaus-Teams mit schwierigen Eingriffen haben, desto besser geht es Patienten danach. Der Gesetzgeber schreibt deswegen seit dem Jahr 2004 Mindest-Fallzahlen für sieben komplexe Operationen vor.

Schwierige OPs: Mindestmengen-Regelung oft unterlaufen

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 03.06.2019 06:37 Min. Verfügbar bis 02.06.2024 WDR 5

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Auch neue Regeln enthalten Schlupflöcher

Eine Klinik darf zum Beispiel Bauchspeicheldrüsen-OPs nur dann weiter anbieten, wenn sie im Vorjahr mindestens zehn Menschen mit einer entsprechenden Erkrankung operiert hat.

Seit Anfang Juni soll die Einhaltung der Fallzahlen mit neuen Regeln durchgesetzt werden: Krankenkassen dürfen Kliniken, die weiter operieren, ohne die Mindest-Fallzahlen zu erreichen, die Bezahlung verweigern. Allerdings enthalten auch die neuen Regeln Schlupflöcher.

Stand: 03.06.2019, 17:32

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