Fällt die 2-Euro-Grenze für Sprit?

Niedrigwasser Rhein, Benzin Zapfsäule

Fällt die 2-Euro-Grenze für Sprit?

  • Spritpreise in NRW steigen wegen Rhein-Niedrigwasser
  • Doch das ist offenbar nicht der einzige Grund
  • ADAC Nordrhein vermutet Preistreiberei

Zur Diskussion über steigende Spritpreise

"Seit Anfang September steigen die Kraftstoffpreise massiv", sagte Herbert W. Rabl vom Tankstellen-Interessenverband (TIV) am Donnerstag (08.11.2018) dem WDR. "Vor ein paar Wochen kostete ein Liter zwischen 1,38 und 1,40 Euro, jetzt sind es bereits 1,60 bis 1,70 Euro."

Grund dafür sei das anhaltende Niedrigwasser in Rhein, Main und Donau, sagte Rabl. "Zudem sorgt der Ausfall von Raffinerien in Ingolstadt und Berlin für ein knapperes Angebot." Denn in Deutschland gebe es nur eine Handvoll Raffinerien.

Angespannte Situation

"Wenn in dieser angespannten Situation noch irgendeine Kleinigkeit die Lieferkette zusätzlich stört, dann könnte die Zwei-Euro-Grenze für Kraftstoffe geknackt werden", sagte TIV-Pressesprecher Rabl.

Kosten durch andere Transportwege

Auch für den ADAC Niederrhein sind die hohen Spritpreise in erster Linie die Folge eines Logistikproblems. "Das Niedrigwasser im Rhein beeinflusst die Schifffahrt erheblich", sagte Pressesprecher Thomas Müther dem WDR. Die Schiffe könnten teilweise nur ein Drittel des möglichen Volumens beladen.

Der Umstieg auf andere Transportwege führe zu höheren Transportkosten und wirke sich auf die Spritpreise aus, so Müther. "Aber: Rheinpegelstände können aus unserer Sicht nicht der alleinige Treiber für die Rekordpreise an der Zapfsäule sein."

ADAC: Preisgestaltung überzogen

Eigentlich sei der Spielraum für Preissenkungen sogar gestiegen: "Der Rohölpreis ist in den letzten Wochen im Verhältnis zu Anfang Oktober deutlich gesunken", sagte Müther. "Nur davon merkt der Autofahrer nichts, die Preise bleiben nicht mal auf einem konstanten Niveau."

Im Gegenteil: Die Mineralölkonzerne drehten laut ADAC die Preisschraube nach oben. "Wir halten den enormen Preissprung trotz Niedrigwasser und punktuellen Lieferschwierigkeiten für übertrieben."

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Stand: 08.11.2018, 12:35

Kommentare zum Thema

23 Kommentare

  • 23 P+J Heizung/Sanitär aus B. 09.11.2018, 15:23 Uhr

    Ein typisches Beispiel für Preistreiberei auf Kosten der Verbraucher und dieser muss es schlucken, wider besseren Wissens. Alternative Transportmittel werden argumentativ demontiert, es könnte sonst der Profit darunter leiden. Schuld ist nicht das Niedrigwasser sondern die Profitgier der Konzerne und Politik, die letztlich an den Steuern mitverdient. Es bleibt mir als Handwerker nichts anderes übrig, wie alle anderen Dienstleister die Preiserhöhung an den Kunden weiterzugeben, egal ob er B90/grün gewählt hat oder nicht. Es ist nur eine Frage der Zeit bis das Leben hierzulande nicht mehr bezahlbar wird. Wahltag ist Zahltag, das dürfte dieses Jahr so langsam dem letzten verträumten Politiker sauer aufgestoßen sein. Die Grünen haben nun die Chance sich zu beweisen, die Verkehrswende im Konsens mit dem Verbraucher oder gegen ihn...

  • 22 Martina 09.11.2018, 14:48 Uhr

    War ja sonnenklar, dass die Mineralölkonzerne jede Möglichkeit ausnutzen, um den Gewinn weiter in die Höhe zu treiben. Und die Kartellämter halten die Füße still, geht es doch um willkommene Steuereinnahmen für den Staat durch noch höhere Spritpreise. Als ob es keine Kesselwagons bei der Bahn gäbe, mit denen der Sprit im Land verteilt werden könne. Der Aufwand ist keineswegs so groß wie behauptet. Ist mir aber neu, dass die Rheinschifffahrt durch alle 16 Bundesländer verläuft und dort einen Versorgungsnotstand durch Niedrigwasser verursacht. Was hat man früher nicht alles für Möglichkeiten genutzt, die Versorgung zu sichern, ja man sollte glauben, heute wäre der Mensch aus Erfahrung innovativer...wäre da nicht die Profitgier. Schade, dass man Konzerne nicht durch Wahlen abstrafen kann...

  • 21 upatz aus W. 09.11.2018, 13:51 Uhr

    Auch ich finde es als absolut übertriebene Abzocke, wobei sich die Mineralölgesellschaften wieder schön die Taschen vollmachen, zum Nachteil der Autofahrer - wie immer.......

  • 20 Der Udo 09.11.2018, 13:39 Uhr

    Es ist doch immer das selbe, wenn auch nur die geringste Möglichkeit besteht, dass der Mensch mehr bezahlen soll, dann ist die Politik sich plötzlich einig. Jeder auch nur so abwegige Grund wird dankend angenommen.

  • 19 Tobias 09.11.2018, 12:33 Uhr

    Mir ist der Spritpreis ziemlich egal. Mein Auto verbraucht nur 4 Liter/100km (Hybrid von Toyota) Sollen die dummen Deutschen doch mit ihren Premium Karren ala BMW Mercedes mit ihren fetten Motoren die Tankrechnung bezahlen. Das sind eh die größten Idioten im Strassenverkehr.

    Antworten (2)
    • Thorsten 09.11.2018, 14:24 Uhr

      Denken Sie vielleicht mal an die Menschen in ländlichen Regionen die zur Arbeit pendeln müssen und nicht so viel Geld verdienen, dass sie sich ein moderneres, geschweig denn ein 4l Auto leisten können.

    • Michael Schmitz 09.11.2018, 16:39 Uhr

      4 Liter? Toll. Mein Dacia Duster (ein böser SUV) verbraucht 5,5 Liter. Leider muß ich berufsbedingt mit dem Auto fahren und die Mehrbelastung momentan beläuft sich bei mir auf 60 EUR im Monat. Wo ist unsere Regierung? Die macht sich die Taschen voll und hält sich ruhig. Sitz auf Ihren Ölreserven und macht da mal kurz den Hahn auf. Leider ohne Wirkung. Die Ölpreise sind in den letzten Wochen massiv gefallen. Was kommt beim Verbraucher an? Nichts. Der Rheinpegel ist schuld...es kotzt mich mittlerweile so dermaßen an was hier in Deutschland abläuft. Eines der reichsten Länder der Erde und wir fahren über katastophale Straßen. Fahrt mal zu den Nachbarn in den Niederlanden. Koordinierte Baustellen ohne große Staus und perfekte Straßen. Deutschland einig Entwicklungsland...wie beim Vorbild USA. Wann kommt endlich mal ein Umdenken?

  • 18 Dieter M. 09.11.2018, 11:11 Uhr

    Mir ist die Knappheit der Kraftstoffe und die damit verbundene Preisentwicklung nicht schlüssig. Die Raffinerien entlang des Rheines werden größtenteils über die Rotterdam-Rhein-Pipeline versorgt, wie z.B. Wesseling und Godorf. Die Tanklaster zur Versorgung der Tankstellen können normal ausliefern. Es werden mehrere Marken mit dem Grundkraftstoff beliefert und bei Befüllung des Tankwagens mit den jeweiligen Markenspezifischen Additiven versehen. Warum wird also der Sprit z.B. im Rheinland, in Köln, Bonn teurer?

    Antworten (1)
    • RB 09.11.2018, 14:50 Uhr

      Auch das Schiff spielt eine nicht unerhebliche Rolle in den Transportketten. Dieses ist nur noch stark eingeschränkt nutzbar. Das hier fehlende Transportvolumen kann durch die Pipelines allein nicht aufgefangen werden. Also werden verstärkt z.B. Bahntransporte eingesetzt, um das zu kompensieren., Was vorher z.B. per Schiff aus Rotterdam kam, kommt aktuell z.B. per Bahn aus Leuna. Das ist teurer. Umso mehr, da auch alternative Transportdienstleister wie Bahnen oder Speditionen nicht einfach mal mehr Transportkapazitäten zur Verfügung stellen können. Dafür wird teilweise (teureres) Fremdpersonal eingesetzt, wenn überhaupt verfügbar und es kann durch die Ressourcenknappheit eben nicht unbedingt der preiswerteste Transportanbieter gewählt werden. Den Zuschlag erhält daher in der Regel der, der überhaupt noch etwas anbieten kann. Der Preis spielt aktuell nur noch eine eher untergeordnete Rolle.

  • 17 Marcus R aus B 09.11.2018, 07:17 Uhr

    In dieser Situation sollte es für die Mineralölwirtschaft ein leichtes sein, Transparenz in die Preisfindung zu bringen. Die steuerlichen Bestandteile des Preises werden ja auch gerne an jeder Zapfsäule ausgewiesen. Eine vertrauensbildende PR-Maßnahme wäre, den Anteil der Distributionskosten am Endverbraucherpreis zu verdeutlichen. Aber das Oligopol sieht sicherlich keine Veranlassung dazu.

  • 16 beal 09.11.2018, 03:13 Uhr

    Neueste Meldung: "Damit Deutschland seine Klimaschutz-Versprechen einhält, will Umweltministerin Svenja Schulze (50, SPD) alle Deutschen zum CO2-Sparen bringen: mit einer neuen Abgabe." zitiert aus Bild /9.11. 2018 Auch einfache Mieter wären betroffen!- das Wohnen verteuert sich - Steuer betrifft fossilie Brennstoffe Öl/Gas. - die nächsten (Protest-) Wahlen kommen ja schon 2019!

  • 15 Totto 09.11.2018, 03:02 Uhr

    Ich fahre Fahrrad und finde das gut.

  • 14 Mike Müjler 08.11.2018, 22:47 Uhr

    Typisch Deutschland,hier können diese Ölmultis einen Abzocken.In Österreich sind die.Benzinpreise um 25Cent billiger.

  • 13 Anonym 08.11.2018, 21:22 Uhr

    Klar dass die Preise steigen, in Afrika ist Muttertag

    Antworten (1)
    • Peter 09.11.2018, 14:26 Uhr

      Und in China fällt ein Sack Reis um. Ihr Kommentar ist völlig zusammenhanglos und sinnfrei.

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