Osterwochenende: Mehr Verstöße gegen Kontaktverbot

Menschen in einem Essener Park halten den Mindestabstand.

Osterwochenende: Mehr Verstöße gegen Kontaktverbot

  • Mehr Verstöße gegen Kontaktverbot an Ostern als sonst
  • Grillen in Parks und nicht genehmigte Demos
  • Auflagen wegen Coronavirus in Supermärkten teilweise nicht eingehalten

Die NRW-Polizei hat am Osterwochenende mehr Verstöße gegen das Kontaktverbot festgestellt als an den Wochenenden vorher. Nach Angaben vom Dienstag (14.04.2020) gab es größere Probleme mit Jugendlichen und alkoholisierten Erwachsenen in Gruppen.

Erwischt wurden von Karfreitag bis Ostermontag 5100 Menschen - 1200 davon Jugendliche. Der befürchtete Anstieg der häuslichen Gewalt ist nach Angaben des NRW-Innenministeriums ausgeblieben.

Auch aus einzelnen Städten kamen Positiv-Nachrichten. Es gab demnach weniger eingeleitete Verfahren nach Ordnungswidrigkeiten als am Wochenende zuvor.

Größere Gruppen in Aachen unterwegs

Ausreißer war am Karsamstag Aachen. Dort registrierte das Ordnungsamt vermehrt Gruppen, die gegen das Corona-Kontaktverbot verstoßen und sich auf Plätzen getroffen oder in Parks gegrillt hatten. Nach Angaben der Stadt von Ostersonntag (12.04.2020) wurden 30 Verfahren eingeleitet.

Zusammen mit der Polizei löste das städtische Ordnungsamt außerdem eine nicht genehmigte Demonstration auf. Rund 25 Personen hatten sich laut Mitteilung an einem Brunnen widerrechtlich versammelt.

Demonstration in Köln aufgelöst

Nordrhein-Westfalens größte Stadt Köln zieht eine ruhige Osterbilanz in Sachen Verstöße gegen das NRW-Kontaktverbot: "Wir können beobachten, dass sich die Kölnerinnen und Kölner weitgehend an die Regeln halten", sagte ein Sprecher. Es gab nur ein paar Verstöße gegen das Kontaktverbot und vereinzelt von Einzelhändlern.

Am Aachener Weiher löste die Kölner Polizei eine unangemeldete Demonstration mit 60 bis 100 Teilnehmern auf. Die Demonstranten kritisierten die mit dem Kontaktverbot verhängten Maßnahmen und forderten zu mehr Solidarität mit Flüchtlingen und Wohnungslosen auf. Alle Teilnehmer müssten mit Konsequenzen rechnen, teilte ein Polizeisprecher mit.

Lärmbeschwerden in Düsseldorf

Die Menschen in Düsseldorf hielten sich überwiegend an das Kontaktverbot, bestätigte eine Sprecherin. "Das Ordnungsamt musste wenig einschreiten - und wenn, dann hat eine Ansprache gereicht."

Am Sonntag habe es zwar einige Lärmbeschwerden gegeben. Insgesamt hätten die meisten Düsseldorfer die Corona-Regeln am Wochenende aber gut umgesetzt.

107 Verstöße in Bielefeld bis Sonntag

In Bielefeld gab es bis Ostersonntag zwar 107 Verstöße. Die Lage sei aber deutlich ruhiger gewesen als am Karfreitag und den Samstagen der Vorwochen, teilte die Verwaltung am Montag mit.

Auch in Bielefeld gab es eine Spontandemonstration gegen das Kontaktverbot. Als Polizei und Ordnungsamt anrückten, verließen die Teilnehmer den Platz in der Innenstadt.

Positives Fazit auch in Münster und Dortmund

In Münster zeigte sich die Verwaltung am Ostermontag in einer ersten Bilanz zufrieden. Die Münsteraner seien über Ostern sehr diszipliniert mit den Vorgaben umgegangen.

Vereinzelt seien Jugendgruppen am Dortmund-Ems-Kanal oder am Aassee von den Ordnungskräften angetroffen worden, teilte eine Sprecherin mit. In Supermärkten seien die Auflagen zum Teil nicht eingehalten worden. Hier fehlten Mindestabstände und die Einkaufswagen seien nicht desinfiziert worden. Die Stadt habe erneut kontrollieren müssen.

Ansprachen der Ordnungsdienste

Auch die Stadt Dortmund zog am Ostersonntag ein positives Fazit. Der Großteil der Menschen halte sich an das Kontaktverbot, wie ein Sprecher mitteilte. Bei Verstößen würden bereits kurze Ansprachen der Ordnungsdienste reichen.

Auch die Einbahnstraßenregelung im Naherholungsgebiet Phönix-See würde eingehalten. Die Spaziergänger und Sportler sollen sich nur im Uhrzeigersinn um den See bewegen, um den Mindestabstand besser einhalten zu können.

Maßnahmen in Xanten

Die Stadt Xanten hatte aufgrund von Verstößen am ersten April-Wochenende die Maßnahmen für das Osterwochenende verschärft. Es wurden Parkplätze rund ums Stadtgebiet abgesperrt, um zu verhindern, dass sich Menschen ansammeln.

Laut Bürgermeister Thomas Görtz ist es am Ostersonntag (12.04.2020) durch die Maßnahme entspannt gewesen. Am Karsamstag hatten sich mehrere Motorrad-Fahrer auf den Parkplätzen getroffen und eine Pause eingelegt.

Nach Angaben des NRW-Innenministeriums gab es landesweit seit dem 25. März bis Karsamstag knapp 20.000 Verstöße gegen das Kontaktverbot - das sind im Schnitt mehr als 1000 Verstöße am Tag.

Stand: 14.04.2020, 16:17

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