Kommentar: Münster verliert Fahrrad-Spitzenplatz

Das Bild zeigt zwei Fahrräder auf einem Fahrradweg.

Kommentar: Münster verliert Fahrrad-Spitzenplatz

Von Stefan Lauscher

Das aktuelle Fahrrad-Ranking zeigt deutlich: Jahrzehntelang wurde eine falsche Verkehrspolitik gemacht - ausschließlich auf das Auto ausgerichtet. Höchste Zeit, umzusteuern. Ein Kommentar

Münster nur noch auf Platz zwei, Bocholt weiterhin Spitze, Köln Schlusslicht. Zugegeben: Solche Ranking-Geschichten haben ihren Reiz. Zu sehen, wo man steht unter den Guten, den Schlechten oder auch den ganz Miserablen.

Aber die wichtigere Botschaft des neuen Fahrradklimatests ist eine andere und leider keine schöne: Rekord-Unzufriedenheit beim Radfahren, Rekord-Unsicherheitsgefühl auf dem Rad, Bewertungen (von ein paar wenigen Wohlfühlinseln abgesehen) fast alle im Bereich zwischen gerade mal ausreichend und unterirdisch. Und das in Zeiten, in denen mehr Radfahren auf der Nahstrecke uns helfen soll, das Klima zu retten und endlich eine Wende in der Verkehrspolitik hinzulegen.

Bild von Stefan Lauscher

Stefan Lauscher

Die Probleme? Sind alle bekannt! Keine oder zu enge Radwege; zu schlechte Radwege; kein Winterdienst; Autofahrer, die rücksichtslos überholen oder Radwege hemmungslos zuparken. Da muss man ansetzen!

Will sagen: Es ist müßig zu beklagen, dass jahrzehntelang eine falsche (weil ausschließlich auf das Auto ausgerichtete) Verkehrspolitik gemacht wurde. Städte wie Amsterdam oder Kopenhagen, die heute als Vorbilder in Sachen Fahrradverkehr gelten, haben den Schalter schon vor 20 oder 30 Jahren umgelegt. Aber es ist nicht zu spät: Jetzt muss endlich gehandelt werden.

Am Geld scheitert das übrigens nicht. Alle Förderetats des Landes zum Beispiel wurden zuletzt quasi verdoppelt. Aber jetzt müssen auch die Städte endlich mal aus ihrem Tiefschlaf erwachen. Und wenn nicht: Im nächsten Jahr sind Kommunalwahlen. Wir haben es in der Hand: Fürs Nichtstun gibt’s die Rote Karte.

Stand: 09.04.2019, 16:43

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