Hier wird in NRW Strom aus Kohle gemacht

Braunkohle-Kraftwerk Niederauߟem von RWE Power

Hier wird in NRW Strom aus Kohle gemacht

  • Kohlekraftwerke erzeugen fast 70 Prozent des NRW-Strombedarfs
  • Und über 40 Prozent des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes
  • Wo stehen diese Kraftwerke eigentlich?

In der Übersichtskarte finden Sie alle Braun- und Steinkohlekraftwerke in NRW. Diese sind entweder in Betrieb oder in der sogenannten Sicherheitsbereitschaft. Das bedeutet, dass ein Kraftwerk vorläufig stillgelegt ist, für den Fall einer Versorgungskrise aber anfahrbereit gehalten wird.

Die in der Übersichtskarte verwendeten Daten stammen vom NRW-Wirtschaftsministerium und von der Bundesnetzagentur.

Kohlekraftwerke in NRW

Stromproduktion fürs öffentliche Netz

Alle aufgeführten Kraftwerke sind in der Lage, Elektrizität für das öffentliche Stromnetz zu produzieren. Die in der Karte genannte jeweilige "Netto-Nennleistung" gibt an, welche elektrische Leistung ein Kraftwerk maximal in das Stromnetz einspeisen kann.

Davon ist die Brutto-Leistung eines Kraftwerks zu unterscheiden, die den Eigenverbrauch des Kraftwerks miterfasst.

2016 hatten die Kohlekraftwerke in NRW einen Anteil von fast 70 Prozent an der gesamten Stromproduktion: Etwa 43 Prozent des Kohlestroms werden aus Braunkohle und rund 26 Prozent aus Steinkohle erzeugt.

Höchster CO2-Ausstoß in Neurath

Rund die Hälfte aller CO2-Emissionen in Deutschland geht - nach Angaben des Umweltbundesamtes - auf das Konto der Energiewirtschaft. Ein Großteil davon wird durch die Verbrennung von Kohle verursacht.

In NRW stießen die Stein- und Braunkohle-Kraftwerke 2017 insgesamt fast 114 Millionen Tonnen CO2 aus. Ihr Anteil an den CO2-Gesamtemissionen in NRW betrug damit gut 41 Prozent.

Die größten CO2-Produzenten sind die drei Braunkohle-Kraftwerke Neurath im Süden von Grevenbroich (29,9 Millionen Tonnen), Niederaußem im Rhein-Erft-Kreis (27,1 Millionen Tonnen) und Weisweiler (18,9 Millionen Tonnen).

NRW-Kohlekraftwerke in Bildern

Braunkohlekraftwerk Neurath

Kraftwerk Neurath
Das Braunkohle-Kraftwerk Neurath in Grevenbroich (Rhein-Kreis Neuss) stößt jährlich etwa 30 Millionen Tonnen CO2 aus und ist damit Emissionsspitzenreiter in NRW. Das RWE-Kraftwerk besteht aus sieben Blöcken und wird mit Kohle aus dem Tagebauen Garzweiler und Hambach beliefert.

Kraftwerk Neurath
Das Braunkohle-Kraftwerk Neurath in Grevenbroich (Rhein-Kreis Neuss) stößt jährlich etwa 30 Millionen Tonnen CO2 aus und ist damit Emissionsspitzenreiter in NRW. Das RWE-Kraftwerk besteht aus sieben Blöcken und wird mit Kohle aus dem Tagebauen Garzweiler und Hambach beliefert.

Kraftwerk Niederaußem
Gemessen an seiner Leistung ist das Braunkohle-Kraftwerk Niederaußem in Bergheim (Rhein-Erft-Kreis) die Nummer zwei in NRW. 3.406 MW Strom liefert die RWE-Anlage ins öffentliche Netz und stößt dabei über 27 Millionen Tonnen CO2 aus. Die Kohle kommt aus dem Tagebau Hambach. Zwei Blöcke sind seit dem 1. Oktober 2018 in Sicherheitsbereitschaft.

Kraftwerk Weisweiler
Das Kraftwerk Weisweiler erzeugt seit 1955 in Eschweiler (Städteregion Aachen) Strom aus Braunkohle. Befeuert wird das RWE-Kraftwerk mit Kohle aus dem Tagebau Inden. Weisweiler stößt mit seinen sechs Blöcken jährlich rund 19 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid aus und rangiert in Sachen CO2-Emissionen in NRW damit auf Platz drei.

Kraftwerk Frechen/Wachtberg
Auch in Frechen (Rhein-Erft-Kreis) gibt es im Stadtteil Wachtberg ein Braunkohle-Kraftwerk. Mit fünf Kesseln versorgt das RWE-Kraftwerk den dazugehörigen Braunkohle-Veredelungsbetrieb mit Strom und Dampf. Dort werden Briketts und Braunkohlestaub produziert. Zusätzlich werden auch private Haushalte mit Strom versorgt.

Trianel-Kraftwerk in Lünen
Das Trianel-Kraftwerk in Lünen (Kreis Unna) lässt sich wie ein Automotor kurzfristig rauf- und runterfahren. Aus Sicht der Netzbetreiber ist das Kraftwerk eine Art "Retter in der Not". Falls weniger Wind- und Sonnenstrom
produziert wird als erwartet, kann das Steinkohle-Kraftwerk in Lünen einspringen. Die Anlage ist seit Ende 2013 am Netz. Umweltschützer hatten sich massiv gegen das Kraftwerk gewehrt.

Kraftwerk Datteln 4
Der umstrittene Neubau des Steinkohle-Kraftwerks Datteln 4 im Kreis Reckllinghausen hat immer wieder für Auseinandersetzungen und Proteste gesorgt. Im Jahr 2020 soll die Anlage offenbar ans Netz gehen. Die Inbetriebnahme des Uniper-Kraftwerks ist bereits mehrfach vor Gericht gescheitert. Mit einer Leistung von 1.100 Megawatt (MW) soll der Neubau über drei Mal mehr Strom als seine Vorgänger produzieren. 

Kraftwerk Scholven
Das Steinkohle-Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen bietet mit seinen über 300 Meter hohen Schornsteinen und seinen fünf Kühltürmen eine typische Industriekulisse. Bereits zum Jahresende 2014 sind drei Blöcke der Uniper-Anlage stillgelegt worden. Aktuell produziert Scholven gut 760 MW Strom und zusätzlich Fernwärme für tausende Wohnungen in der Region.

Steinkohle-Kraftwerke außerhalb des Ruhrgebiets
Viele Steinkohle-Kraftwerke befinden sich dort, wo einst Steinkohle gefördert wurde. Außerhalb des Ruhrgebiets finden sich Steinkohle-Kraftwerke etwa im nördlichen Münsterland oder in Ostwestfalen. Das RWE-Kraftwerk Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) bringt es auf eine Leistung von 794 MW. Die Uniper-Anlage Heyden in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) bringt es auf 875 MW Strom.

Stand: 08.03.2019, 16:57

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