Klimaschutz: Mit günstigen Maßnahmen schnell etwas bewirken

Klimaschutz: Mit günstigen Maßnahmen schnell etwas bewirken

Schnell, effektiv und günstig etwas für den Klimaschutz tun? Klingt utopisch. Aber Umweltexperten sind sicher: Das geht.

Rauchwolke vor blauem Himmel

Klimaschutzmaßnahmen sind teuer, aufwendig und entfalten erst in Jahren oder Jahrzehnten ihre Wirkung - wenn überhaupt: Dieser Eindruck entsteht sehr schnell, wenn man die aktuellen Diskussionen verfolgt, wie die Klimaziele erreicht werden können. Manche Wissenschaftler sehen das aber anders. Sie schlagen Sofortmaßnahmen vor, mit denen der Klimaschutz schnell und effektiv vorangebracht werden kann.

Klimaschutzmaßnahmen sind teuer, aufwendig und entfalten erst in Jahren oder Jahrzehnten ihre Wirkung - wenn überhaupt: Dieser Eindruck entsteht sehr schnell, wenn man die aktuellen Diskussionen verfolgt, wie die Klimaziele erreicht werden können. Manche Wissenschaftler sehen das aber anders. Sie schlagen Sofortmaßnahmen vor, mit denen der Klimaschutz schnell und effektiv vorangebracht werden kann.

1. Moore vernässen
Laut Umweltbundesamt sind trockengelegte Moore in Deutschland für vier Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich - das ist mehr als der innerdeutsche Flugverkehr. Denn bei der Entwässerung gelangt Sauerstoff in den Boden, der die Torfmasse zersetzt und so große Mengen CO2 und Lachgas produziert.

Würden alle Moore wieder vernässt, hätte Deutschland seine Klimaschutzziele im Bereich der Landwirtschaft sogar übererfüllt. Dafür müsste man allerdings zunächst viele Bauern überzeugen. Denn die meisten trockengelegten Moore werden als landwirtschaftliche Anbaufläche genutzt.

2. FKW ersetzen
Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) wurden lange Jahre eingesetzt als Ersatz für das ozonschädliche FCKW, das 1987 verboten wurde. Allerdings heizt FKW, das in vielen Klimaanlagen und Kühlschränken verwendet wird, die Atmosphäre auf. Bei einem Verzicht auf FKW ließe sich die Erderwärmung um ein halbes Grad reduzieren, schätzen Klimaexperten.

Klimafreundliche Kühltechnik ohne FKW-Einsatz ist möglich, wird aber noch viel zu selten benutzt. "Man braucht ein Gesetz, das hier eingreift, ähnlich wie beim FCKW", sagte Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals dem WDR.

3. Kohlekraftwerke schneller abschalten
Experten sind sich einig: Kohlekraftwerke abzuschalten, ist einer der effektivsten Wege, um die Klimabilanz deutlich zu verbessern. Nach dem Pariser Abkommen 2015 sollen Industrieländer den Kohleausstieg bis 2030 realisieren, Schwellenländer haben noch länger Zeit.

Über zehn Milliarden Tonnen CO2 stoßen Kohlekraftwerke weltweit aus. In Deutschland sind sie für über die Hälfte der gesamten Treibhausgas-Emissionen zuständig, schätzt der BUND. Angesichts dieser Mengen hätten jedes Jahr und jeder Monat, den die Kohlekraftwerke vorher abgeschalten werden, spürbare Folgen.

4. Methan-Ausstoß in Erdöl- und Erdgas-Pipelines senken
Methan trägt kurzfristig 80-mal so viel zur Erderwärmung bei wie CO2. Es tritt vor allem bei der Förderung und Verbreitung von Erdöl und Erdgas aus.

Meist geschieht dies aufgrund undichter Leitungen und ineffektiver Betriebsabläufe. Die Internationale Energieagentur EIA schätzt, dass sich die Hälfte dieser Emissionen ohne höhere Kosten einsparen ließe.

5. Subventionen für Öl, Gas, Kohle streichen
Weltweit geben Regierungen insgesamt 5,3 Billionen Dollar direkte und indirekte Staatshilfe für fossile Brennstoffe aus. Das hat der Weltwährungsfonds ausgerechnet.

Würden diese Subventionen gestrichen, hätten die Staaten 3,8 Prozent mehr Geld für Klimaschutzmaßnahmen zur Verfügung. Zudem würden ohne Subventionen viele Kohlekraftwerke und Ölförderanlagen gar nicht erst gebaut. Der globale CO2-Ausstoß wäre dann um 28 Prozent niedriger, schätzt der Weltwährungsfonds.

Stand: 18.09.2019, 13:03 Uhr