Wie steht es mit dem Klimaschutz in NRW?

Symbolbild Klimaschutz

Wie steht es mit dem Klimaschutz in NRW?

  • Der WDR hat die zehn größten Städte nach ihren Klimaschutzbemühungen gefragt
  • Alle Kommunen von Klimazielen weit entfernt
  • Fünf Städte befinden sich im Klimanotstand

Alle befragten Kommunen von Köln bis Münster halten den Klimaschutz für "sehr wichtig" - jede Stadt hat inzwischen auch einen Klimaschutzbeauftragten. In der Praxis sieht es jedoch dürftig aus: Auf die Frage nach den wichtigsten Klimaschutzmaßnahmen der vergangenen drei Jahre nennt keine einzige Stadt ein klimaschonendes Verkehrskonzept; wie zum Beispiel den Verzicht auf den Ausbau des Straßennetzes sowie eine spürbare Förderung des öffentlichen Nahverkehrs.

Klimapolitik und CO2-Fußabdruck der 10 größten NRW-Kommunen

Förderung von Solarenergie in kleinem Maßstab

Die energetische Sanierung im Gebäude-Altbestand - ein wichtiges Mittel zur Reduzierung der CO2-Emissionen - fördern Köln, Düsseldorf, Bochum und Münster. Lediglich die Stadt Bonn gibt an, für neue Gebäude einen Energiespar-Standard vorzuschreiben. Solarenergie fördern sieben der zehn befragten NRW-Städte, jedoch eher in kleinerem Maßstab. Insgesamt hinken alle NRW-Kommunen wie auch die Bundesregierung dem Ziel hinterher, bis 2030 mehr als die Hälfte der Treibhausgase einzusparen.

Alle Kommunen wünschen sich explizit mehr Unterstützung vom Land. Die Städte Köln, Düsseldorf, Bochum, Bonn und Münster haben inzwischen den Klimanotstand ausgerufen.

Klimanotstand: Kommunen für den Klimaschutz

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 10.07.2019 03:56 Min. Verfügbar bis 08.07.2020 WDR 5 Von Marco Poltronieri

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Stand: 11.07.2019, 07:00

Kommentare zum Thema

12 Kommentare

  • 12 linux 12.07.2019, 22:30 Uhr

    "Wie steht es mit dem Klimaschutz in NRW?" Träumereien, ohne "Klimawandel" hätte z.B. ein hiesiger großer Stromversorger nicht so tolle Gewinne die letzten Jahrzehnte einfahren können, denn dann gäbe es keine Braunkohle.

  • 11 Markus 11.07.2019, 14:12 Uhr

    Gerade den Beitrag im WDR mit diesem Pseudo-Experten gehört. Die Klimaschutzbeauftragten der Städte bräuchten überall ein Veto-Recht, keine neuen Straßen mehr bauen, Wohnungen nur mit hohem, am besten höchsten Klima-Standard bauen. Sowas wird hier unwidersprochen verbreitet. Okay, alle Welt ruft nach bezahlbaren Wohnraum in den Städten, dazu müßte viel mehr gebaut werden. Wird es mit diesen Klimaschutz-Vorstellungen nicht geben. Also müssen die Leute dahin ziehen, wo sie sich Wohnungen leisten können (ausserhalb der Städte) und dann pendeln. Aber hoppla, das soll möglichst auch nicht gehen, am besten keine Straßen neu bauen, damit alle klimafreundlich im Stau stehen. Klimaschutz ist wichtig, ja, haben wir alle verstanden. Aber ein wenig mehr Realitätssinn wäre auch nicht schlecht. Ja, ich weiß, dass Gegenargument: die Apolkalypse droht, wir werden alle sterben, mindestens... Lächerlich. Vom WDR erwarte ich mehr.

    Antworten (1)
    • Mich@ 11.07.2019, 16:28 Uhr

      Realitätssinn wäre es dann doch auch vor allen der deutschen Automobilindustrie zu zeigen das „Betrug“ rechtsstaatliche Konsequenzen hat. Die Arbeitsplätze gehen durch eben diesen Betrug verloren Nicht durch sauberere Autos.

  • 10 Mich@ 11.07.2019, 14:09 Uhr

    Die Stadt Essen ist das mit Abstand armseligste Beispiel für die Lösung der wichtigsten Fragen die sich aufdrängen. Ohne Rot zu werden lehnt die einstige „grüne Hauptstadt Europas“ den Klimanotstand ab. Am höchsten Gebäude in Essen sieht man ganz deutlich wer das sagen hat. Ich schäme mich für meine Stadt und hoffe das die CDU und die SPD dafür die Quittung bekommen.

  • 9 Jörg 11.07.2019, 13:30 Uhr

    Natürlich müssen wir unser Klima schützen, aber nicht nur auf die Kosten von Pendlern, die auf das Auto angewiesen sind. Die grössten Umweltsünder wie stark luftverschmutzende Industrien, Schifffahrt und Flugzeuge sollten zuerst die Zeche tragen. Ein weiter Punkt ist, dass oft ein fließender Verkehr besonders in dem Berufsverkehr nicht möglich ist, weil z.B. in Bielfeld an den wichtigsten Verkehrsadern die Ampeln so geschaltet sind, das die Autofahrer an jeder Ampel halten müssen. Was das erst an Schadstoffen produziert, besonders beim Anfahre! Vielleicht dort mal ansetzen und den ÖPNV in allen Städten kostenlos anbieten.

  • 8 Thomas 11.07.2019, 12:44 Uhr

    Und morgen fliegen sie alle in den Urlaub

  • 7 Helga 11.07.2019, 12:35 Uhr

    Ich kann die Schüler und Jugendlichen sehr gut verstehen und habe Verständnis für ihr Verhalten. Warum sollte die Erderwärmung nicht mehr gestoppt werden können? Wir alle sollten unser Konsumverhalten und maßloses Stromverbrauchen ändern. Heute sieht man überall gleich mehrere Fernseher in Übergröße in den Geschäften, auf die kein Mensch achtet. Jeder hat einen oder mehrere PCs zuhause und natürlich Smartphones. Die Haltung kann nur sein, auf sein eigenes Verhalten zu achten und anfangen, weniger zu kaufen und konsumieren.

    Antworten (1)
    • Holliday 12.07.2019, 18:55 Uhr

      Genau das Gegenteil, nämlich mehr Konsum wird aber gleichzeitig auch vom Bürger erwartet - weil sonst kein Wirtschaftswachstum möglich ist und ach, damit keine Steuereinnahmen - und nicht zuletzt sind dann auch die Arbeitsplätze gefährdet. Also, wie hätten wir's denn gern???

  • 6 Andrea 11.07.2019, 11:24 Uhr

    Lieber Sven, ich würde mich sehr darüber freuen u. mir wäre es viel lieber, wenn die Schüler u. Jugendlichen sich nicht um diese Angelegenheit(en) kümmern müssten. Ganz einfache Lösung! Die, die diesen Zustand zu verantworten haben, es nicht geschafft haben, dass diese jungen Menschen in Ruhe , Sicher- und Geborgenheit ihrer Aufgabe nachgehen können, sollten endlich mal den Mut haben, zuzugestehen, dass sie es zu verantworten haben u. endlich den Hintern hoch kriegen u. umgehend auf ihre verdammte Bequemlichkeit verzichten u. vor allem ihre Anmaßung im Zaum halten. Diese angebl. Möchtegern Klimaretter sind derzeit das Nützlichste was wir hier haben u. wir können dankbar sein, dass sie in der Schule sehr gut aufgepasst u. verstanden haben. Sie sind bereit zu handeln u. Risiken auf sich zu nehmen. Wenn eh nichts mehr zu retten ist, wieso sollten sie dann noch ihre Zeit in der Schule verschwenden. Lohnt sich eh nicht.?! Sieht man ja an uns Alten. Trotz Bildung nix kapiert!

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    • Werner mit gelbe Weste 11.07.2019, 12:27 Uhr

      „Wir Alten“ haben kapiert und die Erfahrung gemacht, dass man nicht alles kritiklos glauben darf. Keine einzige Berechnung war richtig vom Club of Rome, als das MIT die „Grenzen des Wachstums“ untersucht hat. „Wir Alten“ kennen auch noch die Soziale Marktwirtschaft vor Gerd Schröder und können uns daran erinnern, dass auch der einfache Arbeiter im Kapitalismus Teilhabe mit einem bescheidenen Wohlstand an der Gesellschaft gewinnen kann. Die reichen Kids am Freitag wissen nichts von der Lebenswirklichkeit in Schröders besten Niedriglohnsektor und können keine Erinnerung an „le Waldsterben“ oder vom Club of Rome haben. „Wir Alten“ wurden trotz Lehrer aus der 68er-Generation zur kritischen Distanz in alle Richtungen erzogen. Ich fürchte auch, dass diese Prioritätensetzung aus dem „Aufpassen im Unterricht“ kommt, wenn heute eine politische Demonstration zum „Schulprojekt“ erklärt werden darf.

  • 5 Werner mit gelber Weste 11.07.2019, 11:20 Uhr

    Bei Tagesschau gelesen: „Zu den ärmsten gehören fünf Ruhrpott-Städte ..“; nur zur Orientierung. Die Gelben Westen stehen für den echten Notstand; mit denen würde ich zum Beispiel gerne gegen eine CO2-Steuer demonstrieren. Bei den Kommunen fehlt schon das Geld für Sozialausgaben und Instandhaltung. Mit Sicherheit wähle ich keine Partei mehr, die so die Prioritäten setzt. Ein kostenloser Öffentlicher Nahverkehr macht Sinn für soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz gleichzeitig, aber nicht mit dem Geschäftsmodell von Luxemburg und der Stadt Monheim. Luxemburg und die Stadt Mohnheim betreiben Steuerdumping; treffender wäre Steuerhinterziehung, wenn auch legale Steuerhinterziehung. Luxemburg zieht Steuern aus den Nachbarstaaten ab über Lux Leaks; Monheim zieht Steuern aus den Nachbargemeinden ab über Steuerdumping mit Gewerbesteuer. Diese Information fehlt in dem WDR-Beitrag „Monheim beschließt: Busse werden kostenlos“ und Jean Claude Juncker wird allgemein als „großer Europäer“ gefeiert.

  • 4 Sven 11.07.2019, 10:44 Uhr

    Mir geht dieses Klimaschutz-Gerede unsagbar auf die Nerven! Erst recht diese jugendlichen Möchtegern Klimaretter. Haben die Eltern und die Gesellschaft bis jetzt nur Geld gekostet und sind eine Belastung. Nichts geleistet aber die Klappe aufreißen. Unfassbar was die sich rausnehmen. Schwänzen ungestraft die Schule unter dem unmöglichen Deckmantel des Demonstrationstechts von dem seit einiger Zeit im Übermaß Gebrauch gemacht wird. Das hätte es früher nicht gegeben. Wenn ich zu sagen hätte... Das Klima ist sowieso nicht mehr zu retten, der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten. Kommt zu euch

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    • Harald 11.07.2019, 22:52 Uhr

      Es ist gut, dass Typen wie Sie nichts zu sagen haben. Natürlich habe diese jungen Menschen das Recht die Klappe aufzureißen. Es handelt sich hier übrigens nicht um eine Frage der Generationen. Ob das Klima zu retten ist oder nicht das können Sie bestimmt nicht beurteilen. Harald, 55 Jahre

  • 3 LeBron6 11.07.2019, 10:12 Uhr

    Das reicht nicht für das Image einer Kommune

  • 2 Dave 11.07.2019, 09:56 Uhr

    Da kommt die NRW-Regierung also schon! im Jahr 2019 drauf? Jahrelang gebetsmühlenartig predigen, dass die Kohle unverzichtbar ist und dass erneuerbare oder Gebäudesanierung usw. usw. viiiiel zu teuer ist. Anstatt wirkliche Innovation voranzutreiben, die nachweislich ohne Job- bzw. Komfortverluste funktionieren kann, darf jeder (Landes- oder Kommunal) Fürst sein eigenes Süppchen kochen und auch offenkundig rückständige Entscheidungen für die Zukunft treffen (nur als Bsp. die öffentliche Beleuchtung). Und wenn sie auf ihr Versagen angesprochen werden, wird einfach keine Antwort gegeben oder auf Vorgängerregierungen verwiesen oder oder... Immer nur Ausflüchte, Schuldzuweisungen und Postengeschachere. DARUM reicht es der "Fridays-for-Future"-Jugend. Und vielen anderen Bürgern auch. Aber auch aus Wahldebakeln, die jedem den Grund ins Gesicht schreien, werden keine Lehren gezogen. Das es geht, zeigen immer nur noch andere Länder. Deutschland verkommt immer mehr zur Bananenrepublik!

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