Erste Städte in NRW rufen Klimanotstand aus

Ruft Münster den Klimanotstand aus? Lokalzeit Münsterland 21.05.2019 Verfügbar bis 21.05.2020 WDR Von Antje Kley

Erste Städte in NRW rufen Klimanotstand aus

Von Nina Giaramita

  • Klimanotstand in Tönisvorst und Herford ausgerufen
  • Als erste Großstadt in NRW soll Münster folgen
  • CO2-Emissionen sinken vor allem im Verkehrsbereich nicht

Als erste Stadt in NRW hat die Stadt Tönisvorst bereits vergangenen Donnerstag (16.05.2019) den Klimanotstand ausgerufen. Der Beschluss im Stadtrat erfolgte einstimmig. Damit folgten die Abgeordneten einem Bürgerantrag.

Nach den Worten von Oberbürgermeister Thomas Goßen (CDU) soll es nicht nur beim Resolutionstext bleiben - Klimaschutz solle bei allen künftigen Entscheidungen der Stadt "zu einem wesentlichen Punkt" gemacht" werden.

Von konkreten neuen Klimaschutzmaßnahmen spricht OB Goßen jedoch nicht. Unter anderem sagt Goßen, soll der städtische Fuhrpark auf Elektroautos umgestellt werden. Das Vorhaben gibt es in Tönisvorst jedoch bereits seit einigen Jahren.

Im Verkehrssektor steigen Emissionen, statt zu sinken

Auch in Herford ist in der vergangenen Woche der Klimanotstand per Ratsbeschluss ausgerufen worden. Hier verspricht man ebenfalls, bei städtischen Entscheidungen "die Auswirkungen auf Klima und ökologische Nachhaltigkeit zu berücksichtigen". Eingereicht wurde die Resolution unter anderem von der Herforderin Barbara Rodi.

In ihrer Rede vor dem Rat kritisierte sie, dass im Verkehrssektor die städtischen CO2-Emissionen weiter gestiegen seien - ein Problem, das viele Städte in NRW haben. Rodi hofft, dass die Stadt sich nun ehrgeizigere Ziele setzt. "Zumindest können wir Bürgerinnen und Bürger uns jetzt mit unseren Anliegen auf den Klimanotstand berufen", sagt sie.

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Selbst nachhaltigste Stadt in Deutschland erreicht Klimaziele nicht

Als erste Großstadt in NRW soll nun auch Münster folgen. Der Rat der Stadt wird am Mittwoch (22.05.2019) voraussichtlich den Klimanotstand ausrufen. In Münster regieren CDU und Grüne gemeinsam. Das Regierungsbündnis war von der Fridays-for-Future-Bewegung vor Ort dazu aufgerufen worden, den Klimanotstand auszurufen.

"So, wie wir momentan aufgestellt sind, werden wir unsere Klimaziele nicht erreichen", so der Grünen-Fraktionssprecher Otto Reiners. Unter anderem gehe es daher darum, den "motorisierten Individualverkehr zurückzudrängen". Man sei aber "nicht so verblendet, zu glauben, dass man von heute auf morgen eine autofreie Innenstadt schaffen" könne.

Dass selbst in einer Stadt wie Münster, die 2018 als nachhaltigste Großstadt Deutschlands ausgezeichnet wurde, noch reichlich Luft nach oben ist, zeigt die mühsame Arbeit des Klimabeirats Münster. Dessen Vorsitzender, der Klimatologe Otto Klemm, trat zurück - er sagt: "Zumindest bis zum letzten Jahr hatte der Klimaschutz in der Stadt nicht die Priorität, die er haben muss."

"Fridays for future": Ein lobenswertes Engagement

WDR 5 Morgenecho - Kommentar 19.01.2019 02:23 Min. Verfügbar bis 18.01.2020 WDR 5

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Stand: 22.05.2019, 06:00

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