UN-Klimakonferenz in Madrid: was kann sie wirklich bringen?

Das Kongresszentrum IFEMA in Madird am 27.11.2019

UN-Klimakonferenz in Madrid: was kann sie wirklich bringen?

Von Nina Magoley

  • UN-Klimakonferenz geht in entscheidende Woche
  • 25. Konferenz in den letzten 25 Jahren
  • Es gehe vor allem darum, Richtlinien festzulegen

Seit 1995 treffen sich die Vertragsstaaten jedes Jahr an wechselnden Orten auf der Welt zur gemeinsamen UN-Klimakonferenz. Ziel sind Maßnahmen, die den Klimawandel aufhalten sollen.

Eine dieser UN-Klimakonferenzen war 2015 in Paris, aus der das vielzitierte Pariser Klimaabkommen resultierte. Doch häufig äußerten sich Experten eher mutlos, was die Schlagkraft und Wirksamkeit dieser Konferenzen betrifft.

Ist von der Klimakonferenz in Madrid irgendetwas Besonderes zu erwarten?

In Madrid gehe es vor allem darum, Richtlinien festzulegen, anhand derer die Erfolge der einzelnen Staaten gemessen werden können, sagt WDR-Klimaexperte Detlef Reepen. Denn: Bisher ist es reine Vertrauenssache der Staaten untereinander, dass Vereinbarungen auch eingehalten werden.

Wenn sich Deutschland zum Beispiel an der Finanzierung von Technik beteiligt, mit der in Nigeria klimaschädliche Gase aus der Erdölförderung entsorgt werden können, darf sich Nigeria den Fortschritt beim Umweltschutz anschließend nicht selber anrechnen. Er gehört dann in die "Umweltbilanz" von Deutschland und darf nicht doppelt gezählt werden.

Wer kontrolliert die Erfolge der einzelnen Staaten beim Umweltschutz?

Niemand so richtig. Zwar soll das UN-Klimasekretariat in Bonn die Aktivitäten der Länder nachhalten und transparent machen. Letztlich kontrolliere sich die Staatengemeinschaft aber gegenseitig, sagt Reepen. Sanktionen, wenn ein Land seine Zusagen nicht hält, gibt es nicht.

Bringt es überhaupt etwas, wenn wir uns in Deutschland so streng für den Klimaschutz einsetzen, während andere Länder das Thema viel lascher angehen?

Gingen die reichen Industriestaaten nicht voran, würden China und Indien mit ihren riesigen klimaschädlichen Industrien nichts tun, sagt Detlef Reepen. So aber habe Indien schon enorme Anstrengungen geleistet und sich bereit erklärt, deutlich weniger neue Kohlekraftwerke zu bauen, als eigentlich geplant. Auch China sei dabei, seinen CO2-Ausstoß erheblich zu reduzieren. Auch mit Blick auf Länder wie Südafrika oder Brasilien zahle sich der Anreiz, den beispielsweise Deutschland setzt, mehrfach aus.

Stand: 09.12.2019, 13:17

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